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Leukämie

Akute Leukämien sind lebensbedrohliche Erkrankungen, die unbehandelt in wenigen Wochen bis Monaten zum Tode führen. Chronische Leukämien verlaufen meist über mehrere Jahre und sind im Anfangsstadium häufig symptomarm.

Klassifikation und Diagnostik

Die Klassifikation der Leukämien basiert auf morphologischen und immunologischen Eigenschaften der Leukämiezellen. In den letzten Jahren gewinnen auch zunehmend zytogenetische und molekularbiologische Merkmale an Bedeutung. Je nach beteiligtem Zelltyp unterscheidet man zunächst myeloische von lymphatischen Leukämien. Myeloische Leukämien gehen von den Vorläuferzellen der Granulozyten, im weiteren Sinne auch der Erythrozyten und Thrombozyten aus, lymphatische Leukämien betreffen die Lymphozyten und ihre Vorläuferzellen.

Die wichtigsten Leukämieformen :
  • akute myeloische Leukämie (AML)
  • akute lymphatische Leukämie (ALL)
  • chronische lymphatische Leukämie (CLL), gehört zu den niedrigmalignen Non-Hodgkin-Lymphomen
  • chronische myeloische Leukämie (CML), wird zu den Myeloproliferative Erkrankung|chronischen myeloproliferativen Erkrankungen gezählt.
Seltenere mit der CML verwandte chronische myeolproliferative Erkrankungen, wenn auch keine Leukämien im eigentlichen Sinne einer Erkrankung (nur) der ''weißen'' Blutkörperchen, sind die
  • Polycythaemia vera (PV) - hier steht die Vermehrung der Erythrozyten im Blut im Vordergrund. Es sind meist auch die anderen Zellreihen, also die Leukozyten und die Thrombozyten betroffen - und die
  • essentielle Thrombozythämie (ET) - sozusagen ausschließlich ein "Gerinnungsplättchen-Krebs".
Die Verdachtsdiagnose ist häufig bereits aus dem Blutbild und Differentialblutbild zu stellen, die genaue Klassifikation erfordert aber meist eine Knochenmarkspunktion.

Epidemiologie und Ursachen

Die einzelnen Leukämietypen weisen eine typische Altersverteilung auf. Die ALL ist die häufigste Leukämie bei Kindern und kommt bei Erwachsenen seltener vor. Die AML steht bei Kindern an zweiter Stelle und ist bei Erwachsenen die häufigste akute Leukämie mit einem Altersgipfel über 60 Jahren. Die CLL tritt bei Kindern praktisch niemals auf und ist eine typische Leukämieform des älteren Menschen. Die CML ist bei Erwachsenen wesentlich häufiger als bei Kindern.

Die Ursachen von Leukämien sind noch nicht geklärt. Gerade bei akuten Formen sind die Ursachen meist unklar und können nicht in einen kausalen Zusammenhang mit pathogen|pathogenen Faktoren gebracht werden. Diskutiert werden die nachfolgenden potentiell auslösenden Faktoren:
  • Chemikalien, zum Beispiel Benzol,
  • vorangegangene Behandlung mit Zytostatika (insbesondere Alkylanzien) aufgrund einer anderen Erkrankung (beispielsweise solide Tumor|Tumore),
  • ionisierende Strahlung,
  • diverse Virus|Viren,
  • genetisch|genetische Vorbelastung
Als gesicherter Risikofaktor gilt der Einfluss von Radioaktivität auf die Desoxyribonukleinsäure|DNA in den Zellkernen, entweder als kurzzeitige Hochdosis (z. B. Strahlentherapie, atomarer GAU, Atombombenexplosion) oder als kontinuierliche Niedrigbelastung (z.B. Abstrahlung bei Wiederaufarbeitungsanlage|Wiederaufbereitungs- und sonstigen Atomanlagen und im Uranabbau, kosmische Höhenstrahlung, Radonbelastung in den Wohnungen, Kalium40-Belastung in den Knochen). Weitere, nicht zu unterschätzende begünstigende Faktoren sind "klassische" Krebs-Risikofaktoren wie das Rauchen.

Ursachen der Leukämie bei Kindern

In Deutschland erkranken jährlich 600 Kinder neu an Leukämie. Auch hier sind die Ursachen weitgehend unbekannt.

Eine aktuelle Fallkontrollstudie des Kinderkrebsregisters in Mainz hat einzig eine Erkrankung mit Morbus Down als einen starken Risikofaktor identifizieren können.

Ein schwaches bis moderates Risiko resultiert aus Magnetfeldexposition. Schwaches Risiko ergibt sich auch durch
  • ionisierende, vermutlich auch durch nicht-ionisierende Strahlung,
  • hohes Geburtsgewicht,
  • Pestizidexposition,
  • Exposition der Mutter mit Farben, Lacken und Färbemitteln und
  • Sterilitätsbehandlung vor der Schwangerschaft.
Weitere Risiken lassen sich aus den Faktoren
  • Alter der Mutter --> jung!,
  • Bronchitis des Kindes,
  • Niedriges Geburtsgewicht und
  • Tonsillektomie des Kindes herleiten.
Allerdings sind die letztgenannten Zusammenhänge tendenziell durch das zu Grunde liegende Studiendesign bedingt und bedürfen einer weiteren Untersuchung. Dies gilte auch für die vermutete stark protektive Wirkung von Schutzimpfungen.

Moderat protektiv wirkt eine Atopie des Kindes/der Eltern, schwach protektiv auch das Stillen.

Bei den folgenden Faktoren ist bisher kein eindeutiger Zusammenhang zu einer Leukämieerkrankung zu erkennen:
  • Zigarettenrauchen der Eltern,
  • Alkoholkonsum der Mutter,
  • früherer Fehlgeburten,
  • Kaiserschnitt,
  • Vitamin-K-Prophylaxe,
  • Höheres Alter der Mutter (einige Studien sehen ein schwach erhöhtes Risiko),
  • Geburtsreihenfolge,
  • Infektionskrankheiten,
  • Erregerkontakte beim Kind (noch nicht ausreichend untersucht), gegenwärtig populäre Hypothese zur Erklärung der Entstehung der ALL),
  • Berufliche Lösungsmittelexposition der Mutter,
  • Röntgenuntersuchungen des Kindes,
  • Röntgenuntersuchungen der Mutter,
  • Strahlenexposition der Eltern,
  • Radongas in der Wohnung (für Konzentrationen > 70 und < 200 kein Zusmmenhang, höhere Konzentrationen nicht untersucht, treten aber eher selten aufs.),
  • Verkehrsdichte und
  • Holzschutzmittel.
Es ist also gegenwärtig wesentlich einfacher Faktoren auszuschließen, die nicht für Leukämie verantwortlich sind.

Therapie

Grundlage der Behandlung von Leukämien ist die Therapie mit Zytostatika. Weitere Behandlungsprinzipien sind die Hochdosistherapie mit autologer Stammzellinfusion und die allogen|allogene Knochenmarktransplantation|Knochenmark-, bzw. periphere Stammzelltransplantation. Untergeordnete Bedeutung hat die prophylaktische oder therapeutische Strahlentherapie.

In den letzten Jahren haben sich neue Therapiemöglichkeiten durch die Anwendung von monoklonale Antikörper|monoklonalen Antikörpern und neue spezifisch in die Krankheitprozess eingreifende Medikamente wie die Imatinib (Tyrosinkinaseinhibitor) bei der CML und der Philadelphia-Chromosom-positiven ALL oder ATRA bei der Promyelozyten-Leukämie eröffnet.


Die Informationen dienen der allgemeinen Weiterbildung. Sie können in keinem Falle die ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung ersetzen.
Bei gesundheitlichen Beschwerden sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

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