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Schwangerschaft

Als eine Schwangerschaft (med. Gravidität von lateinisch graviditas) bezeichnet man den Zeitraum, in dem eine befruchtete Eizelle im Körper einer Frau zu einem Kind heranreift. In der Medizin bezeichnet man Ereignisse, die während der Schwangerschaft eintreten, als ''pränatal (vor der Geburt''), Ereignisse während der Geburt als ''perinatal und nach der Geburt als postnatal''.

Im Folgenden wird nur die Schwangerschaft bei Menschen behandelt. Bei anderen lebend gebärenden Säugetieren spricht man von Trächtigkeit und die Dauer der Schwangerschaft wird als Tragzeit bezeichnet.

Man unterscheidet zwischen unsicheren, wahrscheinlichen und sicheren Schwangerschaftszeichen.
Siehe Schwangerschaftszeichen bzw. Scheinschwangerschaft.

Ein Schwangerschaftstest über die Messung der Konzentration des "Schwangerschaftshormons" (Humanes Choriongonadotropin|HCG-Hormon) im Blut oder im Urin gilt als sicheres Schwangerschaftszeichen

Schwangerschaftsdauer und -verlauf

Die Schwangerschaft dauert von der Befruchtung bis zur Geburt durchschnittlich 267 Tage. Die letzte Menstruation vor der Befruchtung liegt durchschnittlich 14 Tage vor dieser. Von diesem Zeitpunkt wird die Schwangerschaft aus medizinischer Sicht gerechnet und dauert dann 40 Wochen (40 Wochen zu 7 Tagen = 280 Tage = 10 Monate).

Daneben gibt es die Einteilung in 3 Abschnitte zu 3 Montaten (Trimeon), bzw. je 13 Schwangerschaftswochen.

Der Menstruations-Zyklus kann zwischen 21 und 35 Tagen betragen. Dadurch ergeben sich je nach Dauer des Zyklus', während dem die Befruchtung statt fand, Abweichungen zwischen dem gerechneten und dem tatsächlichen Fortschritt der Schwangerschaft von bis zu sieben Tagen. Anhand von Ultraschalluntersuchungen wird von Ärztin oder Arzt der wahrscheinlichste Geburtstermin bestimmt. Er lässt sich aber auch über die Naegelesche Regel errechnen.

Zum berechneten Termin kommen jedoch nur vier Prozent der Kinder zur Welt, innerhalb von einer Woche um den errechneten Geburtstermin herum 26 Prozent und innerhalb von drei Wochen um den errechneten Geburtstermin 66 Prozent, was der sogenannten Normalverteilung entspricht (''siehe Gaußsche Glockenkurve''). Bei einer Geburt vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche spricht man von einer Frühgeburt.

  • 5-7 Tage nach der Befruchtung nistet sich die Keimblase Blastozyste in der Gebärmutter ein.
  • Etwa ab der 5. Woche beginnt das Herz zu schlagen.
  • Ab der 7. Woche reagiert der Embryo auf Reize von außen.
  • Im 4. Monat ist die Organausbildung beendet und der Fötus beginnt zu wachsen.
  • Im 5. Monat sind erste Bewegungen für die Mutter spürbar. Der Fötus kann schmecken, reagiert auf Kälte, Schmerz, Druck und Schall.
  • Im 7. Monat verdoppelt der Fötus sein Gewicht und wiegt dann ca. 1 kg und misst 34 cm. Das Kind wiegt mit Fruchtwasser und Gebärmutter 3 bis 6 kg.
  • Im 10. Monat wird das Baby Geburt|geboren. Es wiegt dann durchschnittlich ca. 3,4 kg.

1. Trimenon

Befruchtung und Einnistung (Schwangerschaftswoche 1-4)

Die beim Geschlechtsverkehr in die Vagina gelangten Spermien wandern durch die Gebärmutter (Uterus) bis in die Ampulle des Eileiters. Dort treffen sie auf die nach der Ovulation(Eisprung) vom Fimbrientrichter aufgenommene Eizelle. Nach dem Eindringen (Imprägnation) kommt es zur zweiten Reifeteilung mit Verlust eines Polkörperchens. Die beiden Chromosomensätze von Eizelle und Spermium verschmelzen miteinander (Konjugation) und bilden nun eine entwicklungsfähige Zelle (Zygote), die nun innerhalb von drei Tagen unter hormoneller Steuerung in die Gebärmutter wandert. In dieser Zeit erfolgen die Zellteilungen über die Morula zur Keimblase oder Blastozyste, die sich ca. am 6. Tag nach der Befruchtung in der Gebärmutterwand einnistet. 24 Stunden nach der Befruchtung begann aus den Zellen der frühen Form des Plazenta (Mutterkuchen) - so genannten Synzytiotrophoblasten - die Produktion des Hormons HCG. Dieses stimuliert im Gelbkörper im Eierstock die Ausschüttung eines weiteren Hormons, Progesteron, welches den Eierstöcken signalisiert, dass für die nächste Zeit keine Eisprünge notwendig sind - die Menstruation bleibt aus. Gleichzeitig haben diese Hormone für die Auflockerung der Gebärmutterschleimhaut gesorgt, um die Einistung der Blastozyste zu erleichtern. Die Blastozyste teilt sich nun in ihre äussere Schicht, den Trophoblast|Tropho-, woraus sich die Plazenta entwickelt und den Embryoblast, aus welchem der Embryo entsteht. Das die beiden Teile verbindende Gewebe wird zur Nabelschnur.

Schwangerschaftswoche 5-8

Mutter:
  • Mögliche Beschwerden: Morgendliche Übelkeit, Brechreiz und Schwangerschaftserbrechen können auftreten, (ausgelöst durch das Schwangerschaftshormon HCG), darüber hinaus starke Müdigkeit, Heißhungerattacken und Stimmungsschwankungen.
  • Dehnung der Mutterbänder (eventuell Ziehen in der Leistengegend)
  • Ab der dritten Woche kann die Empfindlichkeit der Brust zunehmen, meist einhergehend mit einem Spannungsgefühl. Das erste Fruchtwasser beginnt sich zu bilden.
Kind:
  • Bildung der Wirbelsäule sowie Anlagen für Kopf, Rumpf, Arme, Beine sowie Finger, Zehen, Gesichtszüge
  • Anlage aller größeren Organe und Organsysteme, darunter dem Neuralrohr, aus dem Gehirn und Rückenmark hervorgehen
  • In der 8. SSW misst der Embryo ca. 25mm, sein Herz schlägt 140 bis 150 mal in der Minute
Untersuchungen:
  • Nachweis der Schwangerschaft möglich
  • In Deutschland: Ausstellung eines Mutterpasses
  • Feststellung der Blutgruppe, Serologie|serologische Untersuchungen auf Chlamydien, Toxoplasmose, HIV, Bestimmung des Röteln-Titers und Berechnung des Entbindungstermins

Schwangerschaftswoche 9-12

Mutter:
  • Die Blutmenge im Kreislauf erhöt sich von ca. 5 auf 6,5l um die Versorgung des Fötus zu gewährleisten, hormonelle Gefässerweiterungen: Als Folge können Besenreiser oder Krampfadern auftreten. Aufgrund der größeren Blutmenge schlägt das Herz schneller (schnelles außer Atem kommen. Gelegentlich: verstopfte Nase, Nasenbluten oder Zahnfleischbluten.
  • Östrogene bewirken vermehrte Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe
  • Entspannung der Muskulatur durch Progesteron. Da auch die Schließ-Muskulatur betroffen ist, sowie durch den erhöhten Stoffwechsel von Mutter und Kind (Erneuerung des Fruchtwassers) eventuell erhöhter Harndrang
  • Zunehmende Empfindlichkeit des Zahnfleisches
Kind:
  • Ab der 8.-9. SSW kann der Herzschlag des Embryos Im Ultraschall nachgewiesen werden.
  • Ohrmuscheln, Nase, Finger und Zehen sind ausgebildet
  • Anlage der Knospen für 20 Milchzähne
  • Pigmentierung der Netzhaut. Das Augenpaar steht weit auseinander. Die Augen sind zunächst offen, Augenlider bilden sich in der 12. SSW
  • Große Teile der Organbildung werden bis zum Ende des ersten Schwangeschaftsdrittels abgeschlossen. Die Embryonalperiode wird nun von der Fetogenese abgelöst.
  • Der Fötus ist am Ende dieser Phase 6-8cm groß und wiegt 18-25g.
Untersuchungen:
  • Neben der Feststellung der Laborwerte werden bei jedem Untersuchungstermin Körpergewicht, Blutdruck und Herztöne des Kindes überprüft

2. Trimenon

Schwangerschaftswoche 13-16

Mutter:
  • Die stabilere Phase der Schwangerschaft beginnt. Da die HCG-Konzentration ab der 12. SSW weniger hoch ist (die Hormonproduktion aus dem Eierstock wird nicht mehr benötigt, die Plazenta ist so weit ausgereift, daß sie die schwangerschaftserhaltenden Hormone selbst bildet), bessert sich eine eventuell vorhandene morgenliche Übelkeit.
  • Gewichtszunahme (Faustregel) ca. 1-1,5kg pro Monat, bzw. ca. 250g pro Woche
  • Rötliche oder bräunliche Schwangerschaftsstreifen können aufgrund der Dehnung des Bindegewebes auftreten. Häufig tritt auch eine dunkle Linie (Linea Nigra) auf, die zwischen Bauchnabel und Schambein verläuft. Diese hormonbedingte Farbveränderung bildet sich in der Regel nach der Schwangerschaft zurück.
  • Die vermehrten Wassereinlagerungen können zur Schwellung von Armen und Beinen, bzw: Händen und Füssen führen
Kind:
  • Die Augenlider schließen sich (und öffnen sich erst in 3 Monaten wieder)
  • Der Fötus strampelt mit Armen und Beinen, ballt die Hände zu Fäusten, runzelt die Stirn. Er übt "Atmen" durch Zusammenziehen und Ausdehnen des Zwerchfells und hat Schluckauf.
  • Das Baby trinkt kleine Schlucke Fruchtwasser und übt so Schlucken und Saugen. Speicheldrüsen, Magen, Nieren und Darm arbeiten bereits. Das geschluckte Fruchtwasser wird als Urin wieder ins Fruchtwasser abgegeben, welches alle 10-12 Std. durch Neuproduktion ausgetauscht wird. Über die Plazenta erhält es Nährstoffe und Antikörper, gleichzeitig werden Abfallstoffe ausgeschieden.
  • Das sogenannte Woll- oder Lanugohaar bildet sich. Es bildet sich bis zur Geburt wieder nahezu zurück.
  • Gegen Ende dieses Schwangerschaftsmonats entwickeln sich die Genitalien. Das Geschlecht kann nun per Ultraschall festgestellt werden.
  • Der Fötus ist in der 16. SSW ca. 15cm groß und wiegt ca. 200g. Sein Kopfdurchmesser ist ca. 35mm.
Untersuchungen:
  • 1. "große" Ultraschalluntersuchung
  • Gegebenenfalls Amniozentese

Schwangerschaftswoche 17-20

Mutter:
  • Die Gebärmutter ist etwa so groß wie eine Honigmelone und fast in Nabelhöhe
  • Ab der 18.-20. SSW sind für die Schwangere gewöhnlich die ersten Kindsbewegungen als feines, leichtes Kribbeln zu spüren.
  • Ein relativ beschwerdefreier Schwangerschaftsabschnitt beginnt. Eventuell Veränderungen der Sehschärfe, Rückenschmerzen, Krämpfe in den Beinen.
Kind:
  • Der Fötus reagiert nun auf akustische und optische Reize von außen.
  • Das Baby misst am Ende des Monats 16-25cm und wiegt ca. 300-400g.
Untersuchungen:
  • Zahnarztbesuch

Schwangerschaftswoche 21-24

Mutter:
  • Gegen Ende des Monats erreicht die Gebärmutter Nabelhöhe.
  • Die Brüste vergrößern sich unter dem Einfluss der Hormone HCG, Östrogen und Progesteron.
  • Eventuell Sodbrennen durch platz- und hormonbedingtes Öffnen des Schließmuskels zum Magen
Kind:
  • Beim Fötus beginnt sich das Unterhautfettgewebe zu vermehren. Die Haut selbst wird von einer schützenden Fettschicht (Vernix caseasa, auch Käseschmiere) überzogen. Diese ermöglicht später ein leichteres Gleiten aus dem Geburtskanal.
  • Die Haare beginnen zu wachsen und die ersten Verknöcherungen des Skeletts zeigen sich.
  • Die Haut ist noch rötlich durchschimmernd, Finger- und Fussnägel sind fast vollständig entwickelt.
  • Das Baby ist ca. 26cm groß und wiegt 500g.
Untersuchungen:
  • 2. "große" Ultraschall-Untersuchung
  • Glukose-Test, um eine eventuelle Schwangerschafts-Diabetis frühzeitig zu erkennen

3. Trimenon

Schwangerschaftswoche 25-28

Mutter:
  • Die Wassereinlagerungen in Armen und Beinen können aufgrund des hohen Austauschbedarfes an frischem Fruchtwasser zunehmen. Der sich ausbreitende Uterus drückt auf die Verdauungsorgane und die Lunge, die Folge sind Kurzatmigkeit und die Gefahr von Hämorrhoiden.
  • Das zunehmende Gewicht kann im letzten Trimenon Rücken- und Fußschmerzen verursachen.
  • Der Ausfluss aus den Brüsten (Kolostrum) kann einsetzen.
Kind:
  • Ab ca. der 25. SSW hat das Kind Chancen, außerhalb der Gebärmutter unter hohem intensivmedizinischen Aufwand zu überleben (Die Überlebenschancen in der 25.SSW betragen ca. 32%, in der 28.SSW 79%).
  • Gegen Ende des Monats öffnen sich die Augenlider wieder. Es misst jetzt etwa 35cm und wiegt 1000g.
Untersuchungen:
  • Glukose-Test, um einen eventuellen Schwangerschafts-Diabetes frühzeitig zu erkennen

Schwangerschaftswoche 29-32

Mutter:
  • Erste schmerzlose Kontraktionen (auch Senkwehen, Vorwehen, Übungswehen oder Vorbereitungswehen): Der Bauch verhärtet sich durch das rhythmische Zusammenziehen der Gebärmutter.
  • Eventuelle Schließmuskelschwäche und Blasenschwäche (ggf. kinesitherapeutisches Training des Schließmuskels)
  • Die größer werdende Gebärmutter verdrängt weiter die anderen im Bauchraum befindlichen Organe.
  • Durch den gestörten pH-Wert der Vaginalschleimhaut können vermehrt Pilzinfektionen auftreten.
Kind:
  • Bis auf die Lunge sind alle Organe fast vollständig entwickelt.
  • Am Ende des Monats ist das Baby rund 40cm groß und wiegt 2000g
Untersuchungen:
  • 3. "große" Ultaschall-Untersuchung
  • Ab der 32. SSW finden in Deutschland Vorsorgeuntersuchungen alle 2 Wochen statt.

Schwangerschaftswoche 33-36

Mutter:
  • Die Schwangere hat im Durchschnitt 10-12kg zugenommen.
  • Gegen Ende der 36.SSW tritt der Kopf des Babys in das kleine Becken ein, die Gebärmutter senkt sich etwas nach unten. Die Atmung fällt der Schwangeren so wieder leichter.
  • Eventuell Schlafstörungen
Kind:
  • Ab der 35. SSW ist die Lungenreifung abgeschlossen.
  • Die meisten Babys liegen nun in der richtigen Geburtslage mit dem Kopf nach unten. Es kann sich noch bis zur 37. SSW von einer Steisslage in die Kopflage drehen. Seine Bewegungen sind nur noch eingeschränkt möglich.
  • Gegen Ende des Monats ist das Kind ca. 45cm groß und wiegt 2800g.
Untersuchungen:
  • Wöchentliche CTG-Untersuchungen ab der 36. SSW (in manchen Staaten)

Schwangerschaftswoche 37-40

Mutter:
  • Durchschnittliche Gewichtszunahme im Verlauf der Schwangerschaft: ca. 10-15kg. Das Gewicht stagniert bei vielen Schwangeren kurz vor der Geburt, kann sogar leicht abnehmen.
  • Zunahme der Wehenhäufigkeit
Kind:
  • In den letzten Wochen nimmt das Baby vor allem an Gewicht zu. Über die Plazenta nimmt es Antikörper aus dem Blutkreislauf der Mutter auf.
  • Das Baby misst ca. 48cm bis 54cm und wiegt 2800g bis 4000g. Der Durchmesser des Kopfes liegt zwischen 95mm und 105mm.
Die Geburt kündigt sich an
  • durch eine leicht blutigen Ausfluss in Folge des sich lösenden Schleimpfropfes vom Muttermund (einige Tage vor der Geburt)
  • den Blasensprung (das Platzen der Fruchtblase)
  • Durchfall oder Erbrechen
  • durch das Einsetzen der Eröffnungswehen (Dauer ca.30-60 Sekunden, alle 10 Minuten über einen Zeitraum von 1 bis 2 Stunden)

Komplikationen während Schwangerschaft

Wesentliches Ziel der ärztlichen Betreuung ist die Erkennung von möglichen oder bereits vorhandenen Risiken für Schwangere und ihr Kind. Solche Beobachtungen oder Verdachtshinweise werden in den Mutterpass eingetragen. Im Jahre 1990 wurden in Deutschland 34 Prozent aller Schwangerschaften als Risikoschwangerschaft klassifiziert. Die Bayerische Arbeitsgemeinschaft zur Qualitätskontrolle spricht für das Jahr 2002 von 65 Prozent und in Niedersachsen von etwa 73 Prozent. Fakt ist aber: 95 Prozent der in Deutschland geborenen Kinder kommen gesund zur Welt. Die hohe Anzahl von so genannten "Risikoschwangerschaften" lässt sich allerdings unter anderem dadurch erklären, dass viele Paare heutzutage Kinder erst recht spät Familienplanung|einplanen. Risikoschwangere erhalten als Konsequenz durch die Krankenkassen über die Standardleistungen hinaus weitere ärztliche Leistungen, wie häufigere Kontrollen, Überweisungen an entsprechende Spezialisten, den Einsatz weiterer diagnostischer Mittel wie zum Beispiel Fruchtwasseruntersuchung, Hormonanalysen oder gegebenenfalls die Einweisung in ein Geburtshilfliches Zentrum mit intensivmedizinischer Betreuung.

Folgende Faktoren führen zur Einstufung einer Riskoschwangerschaft (Liste ist unvollständig):
  • Alter unter 18 Jahre oder über 35 Jahre (Erstgebärende) beziehungsweise über 40 Jahre (Spätgebärende)
  • Mehrlingsschwangerschaften
  • Vielgebärende, die schon mehr als vier Kinder geboren haben
  • Sterilitätsbehandlungen
  • zwei oder mehr der Schwangerschaft vorausgehende Fehlgeburten
  • Komplikationen bei früheren Geburten
  • Rhesusfaktor|Rhesus-Inkompatibilität
  • Lageanomalien des Kindes
  • Schwangerschaftsdiabetes, Schwangerschaftshochdruck
  • Anhaltender Medikamenten-, Alkohol-, Nikotin- oder anderer Drogenkonsum
  • Verzögertes Wachstum oder abnorm großes Kind
  • Veränderungen des Fruchtwassergehaltes
  • Akute Allgemeinerkrankungen oder Infektionen
  • Gebärmutterhalsschwäche / Cervixinsuffizienz
  • Nierenschwäche bzw. fehlende Organe wie eine Niere

Während einer Schwangerschaft kann es zu Störungen bzw. Beeinträchtigungen kommen, die im schlimmsten Fall das Leben des ungeborenen Kindes und der Mutter gefährden können. Dazu gehören zum Beispiel Präeklampsie und HELLP-Syndrom.

Nicht behandelte schwere Parodontitis scheint nach Interventionsstudien (Chile) die stärkste Einzelursache für mindergewichtige Frühgeburten zu sein; Frühgeburten vor der 28-sten Woche traten bei Parodontitis-Patientinnen 10-mal häufiger auf, und Geburtsgewichte unter 1000g gab es ausschließlich bei Parodontitis-Müttern. Durch Parodontitis-Behandlung der Schwangeren konnte das Frühgeburtsrisiko wieder annähernd auf Normalmaß reduziert werden.

Auch Alkoholkonsum und Tabakrauchen|Rauchen sind schädlich. Laut Weltgesundheitsorganisation würden zwei Drittel aller plötzlichen Kindstode nicht auftreten, wenn beide Eltern nicht rauchten. Das Risiko, dass das Kind eine Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS) aufweist, liegt bei während der Schwangerschaft rauchenden Muttern bei 16,5 Prozent (sonst 4,6 Prozent) .

Nach aktuellem Stand der Dinge (2004) ist davon auszugehen, dass "ein Gläschen Wein oder Sekt ab und zu" nicht schädlich, jedoch sicher nicht förderlich ist.

Bestimmte Medikamente, wie beispielsweise Contergan, haben ''teratogene'' Wirkung, das heißt, ihre Einnahme kann zu Fehlbildungen führen. Da jedoch fast alle Medikamente auch auf das werdende Kind besondere Auswirkungen haben, sollte man in jedem Fall einen Spezialisten befragen.
Infektionen mit Listerien oder Toxoplasma gondii und Röteln während der Schwangerschaft können auf das ungeborene Kind übertragen werden und dieses schädigen.

Der Konsum jeglicher Drogen sollte während der Schwangerschaft vermieden und der vorsichtige Entzug nur unter ärztlicher Kontrolle durchgeführt werden (da der Entzug sich auch auf das Kind auswirken und damit eine Fehlgeburt bewirken kann).

Sonstige Beeinträchtigungen

Vor, während oder nach einer Schwangerschaft kann es zu weiteren Beeinträchtigungen der Schwangerschaft kommen. Siehe hierzu

Gesellschaftliche Aspekte der Schwangerschaft

In den meisten Kulturkreisen hat die schwangere Frau einen besonderen gesellschaftlichen Status und es wird ihr eine besondere (schonende) Behandlung zu teil. Gleichzeitig werden Erwartungen an sie gerichtet, die großen psychischen Druck auf sie ausüben können, z.B. Söhne als Stammhalter zu gebären (siehe Indien, China). In vielen traditionellen Gesellschaften muss einer Schwangerschaft eine Ehe vorausgehen, anderenfalls hat dies die soziale Ächtung der werdenden Mutter zur Folge.
Dem Bild einer Schwangeren wird oft als Fruchtbarkeitssymbol mysthische Bedeutung zugemessen. Ein Hinweis auf einen Fruchtbarkeitskult in Mitteleuropa in prähistorischer Zeit ist die Venus von Willendorf, 25 000 v. Chr mit ihren überzeichneten weiblichen Geschlechtsmerkmalen (große Brüste, dicker Bauch)

Ungewollte Schwangerschaft

Soziale, medizinische oder kriminalistische Hintergründe können eine Schwangerschaft für eine Frau ungewollt erscheinen lassen. Vor einigen Jahren noch kriminalisiert, ist in den meisten westeuropäischen Staaten ein Schwangerschaftsabbruch in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft inzwischen straffrei. Sehr streng ist die Handhabung noch immer in Irland, Nordirland, Malta, Polen. In Deutschland kann ein Schwangerschaftsabbruch innerhalb der vollendeten ersten 14 Wochen, gerechnet ab der letzten Monatsblutung (= 12 Wochen ab Befruchtung), stattfinden, sofern ihm eine Schwangerschaftskonfliktberatung vorausgegangen ist.

ei bestehender medizinischer Notwendigkeit (Gefahr für das Leben der Mutter) ist ein Schwangerschaftsabbruch bis zur Geburt möglich :-)

Vorgeburtliche Untersuchungen

  • Die '''Sonografie''', umgangssprachlich Ultraschall, ist die medizinische Praxis der vorgeburtlichen Untersuchungen, welche in den letzten Jahrzehnten durch die Verbreitung der Ultraschalltechnik tiefgreifend verändert worden ist. Erste "Echtzeit"-Sonden gab es ab 1970, verbreitet zur Anwendung war sie ab den 80er Jahren. Sie ist ein bedeutendes Hilfmittel im Rahmen der Pränataldiagnostik. Zwar werden Ultraschalluntersuchungen generell als unbedenklich für das ungeborene Kind angesehen, doch zeichnen sich trotzdem zwei gesellschaftliche Tendenzen ab: einerseits die massive Produktion 2- und 3-dimensionaler Aufnahmen für's Familienalbum, anderseits die Beschränkung auf die medizinisch notwendige Anzahl an Ultraschalluntersuchungen (ca. 1 Untersuchung pro Trimester).
  • '''Pränataldiagnostik:''' Ziel der Pränataldiagnostik ist es, Erkrankungen der werdenden Mutter und Krankheiten oder Behinderungen (z. B. Mongoloide Kinder / Down-Syndrom / Trisomie 21) beim heranwachsenden Kind bereits frühzeitig festzustellen bzw. eine individuelle Wahrscheinlichkeit zu errechnen. Da eine positive Diagnose oft einen Schwangerschaftsabbruch aus medizinischer Indikation impliziert (weil keine Therapie angeboten werden kann), sind viele Untersuchungen umstritten. Ethisch fragwürdig ist u. a., wie ein ungeborenes Leben als lebenswert oder unlebenswert beurteilt werden kann, zumal sichere Aussagen zur nachgeburtlichen Entwicklung des Kindes nur in vergleichsweise wenigen Fällen möglich sind. Insbesondere die nicht-invasiven Methoden der Pränataldiagnostik wie z. B. die Nackentransparenz-Messung, das Erst-Trimester-Screening oder der Triple-Test können die Eltern oft stark psychisch belasten, da sie nie ein sicheres Ergebnis, sondern lediglich Wahrscheinlichkeiten anhand Durchschnittswerte angeben, indem sie z. B. das Alter der Mutter, den Zustand des Embryos usw. berücksichtigen.
  • Gesetzliche Einschränkungen: In Kulturen mit der gesellschaftlichen Erwartung an die Frauen, Söhne zu gebären (diverse asiatische Staaten wie China, Indien, Ostasien, ...), wird häufig ein Schwangerschaftsabbuch eingeleitet, sobald vorgeburtliche Untersuchungen ein Mädchen ankündigen. In China z. B. - hier verstärkt durch die Ein-Kind-Politik - kommen auf 10 neugeborene Mädchen 12 Jungen. Um die gesellschaftlichen Spätfolgen zu verhindern (Frauenmangel) wird in vielen Ländern die vorgeburtliche Diagnostik nur eingeschränkt erlaubt.

Risiken der Schwangerschaft und Schutzmaßnahmen

  • Müttersterblichkeit: Jedes Jahr sterben weltweit 529.000 Frauen und Mädchen an Komplikationen während der Schwangerschaft oder Geburt, davon 99 Prozent in Entwicklungsländern.
  • '''Schwangerschaft und Aids:''' Der HIV-Virus wird nicht automatisch von einer infizierten Schwangeren auf das ungeborene Kind übertragen. Die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung während der Geburt beträgt ca. 15 bis 30 %, sofern keine geeigneten medizinischen Schutzmassnahmen vorgesehen werden können. Dies ist vor allem im von Aids stark betroffenen Afrika häufig der Fall.
  • Fehlgeburten: In den ersten drei Monaten der Schwangerschaft ist das Risiko, eine Fehlgeburt zu erleiden, relativ groß. Schätzungsweise ein Viertel aller Schwangerschaften enden in den ersten 12 Wochen. Nur 25 % aller befruchteten Eizellen enden mit der Geburt eines lebenden Kindes. Der überwiegende Teil nistet sich in der Gebärmutter ein, ohne dass die Frau es bemerkt. Die Fehlgeburt wird als verspätete Monatsblutung angesehen. Eine bewusst wahrgenommene Fehlgeburt kann ein stark traumatisches Erlebnis für eine Frau sein. Um eventuellen Enttäuschungen und dem sozialen Druck zu begegnen, ist es verbreitet bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche mit der offiziellen Verkündigung der Schwangerschaft zu warten.
  • Gesetzliche Schutzmassnahmen der Schwangerschaft: An eine Schwangerschaft sind in den meisten europäischen Ländern verschiedene gesetzliche Regelungen zum Schutz von Mutter und Kind gekoppelt, z. B. Kündigungsschutz. Bestimmte Tätigkeiten wie das Heben schwerer Lasten oder Nachtarbeit dürfen nicht mehr ausgeführt werden. In Deutschland beginnt der Mutterschaftsurlaub (Mutterschutz) 6 Wochen vor dem mutmaßlichen Entbindungstermin und erstreckt sich bis 8 Wochen nach der Geburt.

Vorbereitung auf die Geburt

  • Geburtsvorbereitungskurse: Zur Vorbereitung auf die Geburt können Schwangere zusammen mit dem Partner einen Geburtsvorbereitungskurs besuchen, der als regelmäßiger wöchentlicher Termin oder auch als Wochenendkurs von Hebammenpraxen, Geburts- und Krankenhäusern angeboten wird. Inhalte dieser Kurse sind unter anderem Aufstellen eines Geburtsplans (Wahl des Geburtsorts, Geburtspositionen), natürliche Schmerzverarbeitung, künstliche Schmerzmittel und Anästhesietechniken, Entspannungsübungen, psychologische und soziale Aspekte der Familiengründung, Stillen und Säuglingspflege. Eine Unterstützung zur Geburtsvorbereitung ist die Haptonomie.
  • Geburtsort: Obwohl in industrialisierten Ländern die meisten Geburten in Krankenhäusern stattfinden, gibt es die Alternativen einer Hausgeburt oder einer Geburt im Geburtshaus. In Entwicklungsländern wird aufgrund der allgemein schlechten medizinischen Versorgung nur eine von zwei Geburten von einem Arzt oder einer Hebamme betreut.
  • Vorgeburtliche Kontaktaufnahme: Ab ca. der 18. Schwangerschaftswoche sind Bewegungen des Fötus für die Schwangere spürbar. Während vor einigen Jahren noch die Meinung vorherrschte, das ungeborene Kind habe kein Bewusstsein, weiß man heute durch moderne medizinische Methoden (z. B. Sonografie), dass der Fötus bereits im Mutterleib weit entwickelte Sinne besitzt und seine Außenwelt wahrnehmen kann (Stimme der Mutter, Musik, Bewegung).

Reproduktionsmedizin

  • Die Reproduktionsmedizin bietet heute ungewollt kinderlosen Paaren eine Reihe von möglichen Maßnahmen: Fertilitätsbehandlung, künstliche Befruchtung, Leihmutterschaft, Retortenbaby

Demografie

  • Das Duchschnittsalter der Erstgebärenden steigt in ganz Europa kontinuierlich an. In West-Deutschland lag es 1975 bei 24,8 Jahren, in Ost-Deutschland bei 21,8 Jahren. Im Jahr 2000 betrug das durchschnittliche Alter westdeutscher Frauen bei der Geburt ihres ersten Kindes 29 Jahre, in Ostdeutschland 28,4 Jahre.

Die Informationen dienen der allgemeinen Weiterbildung. Sie können in keinem Falle die ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung ersetzen.
Bei gesundheitlichen Beschwerden sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

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