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Otoakustische Emissionen

Otoakustische Emissionen sind Töne, die vom Innenohr abgegeben werden, entweder spontan und dauerhaft oder auf einen externen akustischen Reiz hin. Sie treten in den Ohren aller Landwirbeltiere und sogar in den Hörorganen von Insekten auf. Sie sind allerdings nur mit speziellen, in den Gehörgang eingebrachten Messmikrofonen nachweisbar.

Die Messung von otoakustischen Emissionen ist in der Erforschung der Physiologie des Auditive Wahrnehmung|Gehörs und inzwischen auch im Bereich der Audiologie und Audiometrie verbreitet.

Als otoakustische Emissionen werden leiseste Töne bezeichnet, die aus dem Ohr abgegeben werden. Die otoakustischen Emissionen haben in den meisten Fällen nichts mit Ohrgeräuschen oder Tinnitus zu tun. Bei Säugetieren entstehen die otoakustische Emissionen durch die Motoraktivität der äußeren Haarzellen. Seit Anfang der 1980er Jahre hat sich die Auffassung durchgesetzt, dass die äußeren Haarzellen Vorverstärker für die inneren Haarzellen beim Hören leiser Geräusche sind. Nach Beschallung geraten die äußeren Haarzellen in Schwingung, verstärken diese und leiten sie somit an die inneren Haarzellen weiter, wo dann das eigentliche Hören, d.h. die Umsetzumg der mechanischen Schallwelle in ein elektrisches Signal stattfindet.

Dies bedeutet, dass die äußeren Haarzellen einen aktiv schwingenden Verstärkungsmechanismus für leise Geräusche darstellen. Die Schwingungen der äußeren Haarzellen erzeugen dadurch selbst einen Ton, der vom Ohr wieder nach außen abgestrahlt wird.

Mittels Schallaufzeichnung über ein Spezialmikrophon und durch anschließende Fourieranalyse wird Frequenz und Amplitude der Emissionen ermittelt.

Die Messung ist scheinbar denkbar einfach:

Bei durch Clicks hervorgerufenen Emissionen werden mit einer Sonde im äußeren Gehörgang Click-Geräusche mittlerer Lautstärke ins Ohr abgegeben. In den kurzen Pausen zwischen den Clicks wird das reflekierte Geräusch sowie das vom Ohr abgegebene Geräusch gemessen, und mit Hilfe geeigneter EDV-Programme wird das vom Ohr abgegebene Geräusch, die otoakustischen Emissionen, herausgefiltert und graphisch dargestellt.

Jedes Ohr gibt dabei ein höchst individuelles Bild ab. Um sicherzustellen, dass es sich nicht um eine Zufallsrauschen handelt, teilt der Messcomputer die Messungen in zwei Teile auf und vergleicht die beiden Teilergebnisse. Stimmen sie zu einem hohen Prozentsatz überein, so sind otoakustische Emissionen nachgewiesen.

Die ganze Messung dauert meist nur 2-3 Minuten und sieht wenig spektakulär aus: Im Ohr sitzt die Messsonde, das Geräusch im Ohr wirkt nicht störend, das Ergebnis im Computer entsteht ohne jede Zeitverzögerung.

Was sagt der Nachweis der otoakustischen Emissionen aus?
Man geht heute davon aus, dass die äußeren Haarzellen empfindlicher als die inneren Haarzellen sind. Dies bedeutet, wenn die äußeren Haarzellen funktionieren, so sollten also auch die inneren Haarzellen funktionieren. Dies bedeutet: Sind die otoakustischen Emissionen eindeutig nachweisbar, so ist davon auszugehen, dass das gesamte Ohr funktioniert, d. h. dass der Patient normal oder annähernd normal hört.

Was bedeutet es, wenn keine otoakustischen Emissionen nachweisbar sind?
Leider ist die ganze Messung manchmal doch nicht so einfach, wie oben geschildert.
Mitunter gelingt die Messung einfach nicht, weil der Patient - z. B. ein Säugling - einfach zu unruhig ist, oder weil vielleicht doch eine leichte Schwerhörigkeit vorliegt, so dass bereits keine otoakustischen Emissionen vorliegen. Insgesamt ist die Messung störanfällig.

Dies bedeutet letztlich, dass wenn keine otoakustische Emissionen nachweisbar sind, keine endgültige Aussage über das Ohr gemacht werden kann. Auf keinen Fall bedeutet dies, dass etwas Krankhaftes vorliegen muß! In solch einem Fall muss man versuchen, auf andere Weise das Ohr zu untersuchen, um festzustellen ob irgendetwas bezüglich des Hörvermögens nicht stimmt. Es kann durchaus sein, dass trotzdem ein völlig normales Hörvermögen vorliegt.

Welche Bedeutung hat die Messung der otoakustischen Emissionen?
Insbesondere bei Säuglingen kann man ohne Mitarbeit feststellen, ob man von einer wahrscheinlichen Normalhörigkeit ausgehen kann.

Viele Hörschäden gehen, insbesondere im Frühstadium, mit Störungen im Bereich der äußeren Haarzellen einher. Dies ist meist durch die Messung der otoakustischen Emissionen beschreibbar, z. B. bei Haarzellschäden nach Lärmeinwirkung.

Einteilung

Die otoakustischen Emissionen werden untergliedert in:
  • Transitorisch evozierte otoakustische Emissionen (TEOAE): Diese Art otoakustischer Emissionen wird durch einen kurzen, breitbandigen Schallimpuls auf das Ohr hervorgerufen (evoziert).
  • Distorsionsproduzierte otoakustische Emissionen (DPOAE): DPOAE, auch Verzerrungsprodukte, werden ausgelöst durch die Darbietung von zwei Sinustönen unterschiedlicher Frequenz. Das Ohr reagiert dann mit der Aussendung eines Differenztones, z.B. des kubischen Differenztones 2f1-f2
  • Spontane otoakustische Emissionen (SOAE): Spontane OAE treten ohne äusseren Reiz auf.
  • Simultan evozierte otoakustische Emissionen (SEOAE): Simultan evozierte OAE werden durch die Darbietung eines Dauertons hervorgerufen

Die Informationen dienen der allgemeinen Weiterbildung. Sie können in keinem Falle die ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung ersetzen.
Bei gesundheitlichen Beschwerden sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

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