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Pankreatitis

Pankreatitis ist eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, die als chronisch und akute auftreten kann. Eine wiederkehrende akute Pankreatitis kann in eine chronische Pankreatitis übergehen.

Ursachen

Die akute Pankreatitis kann mehrere Ursachen haben:
  • Gallensteine, die sich in der Mündung des Gallengangs in den Zwölffingerdarm, die gleichzeitig auch die Mündung des Bauchspeicheldrüsengangs ist, vorübergehend oder länger festklemmen. (ca. 45% der akuten Pankreatitiden)
  • Chronischer Alkoholmissbrauch (ca. 35%)
  • Idiopathisch:keine erkennbare Ursache (ca.15%)
  • Seltene Ursachen wie:
  • Als Nebenwirkung von Medikamenten (z.B. Asparaginase, Azathioprin, Furosemid, Glukokortikoide, Antibiotika (Tetrazykline, Sulfamethoxazol, Trimethoprim),Antikonvulsiva (Valproat,Carbamazepin), Propofol und andere
  • Infektionen z.B. Mumps, Coxsackie-Virus, Hepatitis, HIV, Zytomegalie-Virus
  • Stark erhöhte Blutfette (Triglyzeride)
  • nach ERCP
  • genetisch: Zystische Fibrose
Die chronische Pankreatitis ist zu ca. 75% durch Alkohol verursacht, den Rest machen zum Großteil genetische Ursachen aus.

In den allermeisten Fällen entsteht die Pankreatitis durch eine Aktivierung von Pankreas-Enzymen innerhalb des Organs. Da es die Aufgabe dieser Enzyme ist, Eiweisse und Fette zu Verdauung|verdauen, beginnt eine Selbstverdauung des Organs. Diese Selbstverdauung führt zur Entzündung der Bauchspeicheldrüse.

Anatomie

Die Bauchspeicheldrüse ist eine große Drüse hinter dem Magen. Sie sondert Enzyme in den Dünndarm ab. Diese helfen dem Darm, Nahrung zu verdauen, so dass Nährstoffe im Dünndarm aufgenommen werden können. Der Bauchspeicheldrüsen-Hauptgang mündet zusammen mit dem Hauptgallengang im Zwölffingerdarm, dem ersten Teil des Dünndarms.

Der Körper muss ein konstantes Maß an Zucker im Blut aufrecht erhalten. Sehr hohe oder sehr niedrige Zuckerspiegel können zu Koma führen. Ein Hormon, das Insulin, welches von der Bauchspeicheldrüse gebildet wird, kontrolliert das Maß an Zucker im Blut. Hormone sind Substanzen im Blutstrom, die dabei helfen, unsere Körperfunktionen zu regulieren.

Die Bauchspeicheldrüse hat also zwei Hauptaufgaben:
  • Aufgenommene Nahrung zu verdauen und
  • das Zuckerniveau im Blut zu steuern.

Formen der Pankreatitis


Eine Entzündung in der Bauchspeicheldrüse entsteht, wenn ihre Verdauungsenzyme ihr eigenes Gewebe attackieren. In schlimmen Fällen können Blutungen, ernste Gewebeschäden, Infektionen und Zysten entstehen.

Eine entzündete Drüse kann Enzyme veranlassen, in den Blutstrom einzutreten und so die Lungen, das Herz und die Nieren zu erreichen, wo weiterer Schaden verursacht werden würde.

Es gibt zwei Arten von Pankreatitis:
  • eine akute Form und
  • eine chronische Form.
Eine akute Pankreatitis tritt plötzlich auf und kann eine ernste, lebensbedrohliche Krankheit sein, die zahlreiche Komplikationen hervorruft. Patienten können sich normalerweise von einer akuten Pankreatitis erholen.

Eine chronische Pankreatitis entsteht, wenn die Bauchspeicheldrüse nach dem Auftreten einer akuten Entzündung weiter geschädigt wird. Beispielsweise wäre dies der Fall, wenn ein Patient mit einer akuten Pankreatitis weiterhin Alkohol trinkt. Der Alkoholkonsum würde die Bauchspeicheldrüse schädigen.

Eine chronische Pankreatitis verursacht häufig chronische Schmerzen. Sie führt auch zu einer Unterfunktion der Bauchspeicheldrüsen-Aktivität, was zu Gewichtsverlust, Diabetes und Verdauungsstörungen führt.

Akute Pankreatitis


Diese Krankheit entsteht, wenn sich die Bauchspeicheldrüse plötzlich entzündet, sich dann aber wieder erholt. Einige Patienten leiden mehrmals an akuter Pankreatitis, können sich aber jedes Mal vollständig erholen.

Alkoholmissbrauch und Gallensteine sind die zwei häufigsten Ursachen für eine akute Pankreatitis. Andere Ursachen schließen den Gebrauch verschriebener Medikamente, Trauma, eine Operation im Bauchraum oder Abnormalitäten der Bauchspeicheldrüse oder des Darms ein. In seltenen Fällen wird die akute Pankreatitis durch Infektionen wie zum Beispiel Mumps verursacht.

Eine akute Pankreatitis macht sich anfangs durch Schmerzen im Oberbauch bemerkbar, die nach einigen Tagen verschwinden. Die Schmerzen sind oft sehr heftig und zum Teil auch anhaltend. Sie können im Bauch auftreten, aber auch im Rücken oder anderen Regionen.

Die Schmerzen können plötzlich und intensiv sein, oder als leichte Schmerzen beginnen und nach der Einnahme von Nahrung schlimmer werden. Der Bauch kann geschwollen und sehr empfindlich sein.

Patienten mit einer akuten Pankreatitis sehen gewöhnlich sehr krank aus und fühlen sich auch so. Andere Symptome sind zum Beispiel: Übelkeit, Erbrechen, Fieber, erhöhter Puls. Ungefähr 20% der akuten Pankreatitis-Fälle sind ernst. Patienten können dehydrieren und einen niedrigen Blutdruck entwickeln. Manchmal kommt es zu Herz-, Lungen- oder Nierenversagen. In den schlimmsten Fällen führt eine akute Pankreatitis zu Blutungen, Schock und manchmal Tod.

Klinik

  • Plötzlich einsetzende starke Oberbauchschmerzen (im Epigastrium zentriert und in den Thorax ausstrahlend)
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Obstipation
  • Subileus oder Ileus
  • erhöhte Leukozytenzahl
  • Anstieg der Konzentration von Pankreasenzymen (z.B. Trypsin, Amylase, Lipase)
  • evtl. Fieber
In schweren Fällen treten Ikterus, Aszites, Pleuraergüsse sowie Schock- und Sepsiszeichen hinzu.

Charakterisch bei der körperlichen Untersuchung sind ein druckschmerzhaftes Abdomen und ein sog. Gummibauch, der durch Meteroismus und (mässige) Abwehrspannung bedingt ist.

Schweregrade der akuten Pankreatitis


Eine veraltete Einteilung unterscheidet bei der akuten Pankreatitis folgende Schweregrade:

- die ödematöse Form bzw. Frühstadium
- die hämorrhagische Form mit lokalen oder generalisierten Blutungen
- die nekrotische Form

Nach der neueren Atlanta-Klassifikation werden nur noch die milde von der schweren akuten Pankreatitis unterschieden.

Die Inzidenz liegt bei etwa 5 - 10 Fällen pro 100 000 Einwohnern / Jahr.

Therapie

Allgemein sollte dem Patienten nichts zu essen gegeben werden, damit die Stimulierung des Pankreas durch ins Duodenum gelangte Magensäure entfällt. Wichtig ist die Schmerztherapie, da eine Pankreatitis mit erheblichen Schmerzen verbunden ist. Ist die Ursache für eine Pankreatitis beseitigt, heilt diese meist aus. Ist die Pankreatitis durch einen eingeklemmten Gallenstein ausgelöst worden, muß dieser entfernt werden.

Diagnose und Behandlung der akuten Pankreatitis

Während einer akuten Pankreatitis befinden sich im Blut viele Verdauungsenzyme. Auch andere Substanzen wie Calcium, Magnesium, Natrium, Kalium und Bicarbonat können vermehrt auftreten. Patienten können außerdem hohe Zucker- und/oder Fettwerte im Blut aufweisen. Nach der Heilung kehren diese Werte gewöhnlich wieder auf ihr normales Niveau zurück.

Eine Behandlung der akuten Pankreatitis hängt von der Stärke der Attacke ab. Wenn keine Komplikationen auftreten, spricht die akute Pankreatitis jedoch gut auf Behandlungen an.

Der Arzt verschreibt Flüssigkeiten, die per Infusion gegeben werden, um den Bluthaushalt zu normalisieren. Die Nieren und Lungen werden eventuell mit Dialyse oder künstlicher Beatmung behandelt, um die Organfunktionen zu unterstützen.

In der Regel wird den Patienten ein dünner Schlauch durch die Nase in den Magen gelegt, um eine Entlastung den Darmtraktes zu erreichen.

Bei leichten Fällen dürfen Patienten für drei oder vier Tage nichts essen und bekommen Flüssigkeiten und Schmerzmittel intravenös verabreicht.

Eine Attacke bei einer akuten Pankreatitis dauert gewöhnlich nur einige Tage, wenn der Hauptgallengang nicht durch Gallensteine blockiert wird. Ist dies der Fall, werden die Steine durch ein Endoskop (ERCP) entfernt.

Die Gallensteine werden mit Hilfe eines Endoskops entfernt, das durch den Mund in den Hauptgallengang eingeführt wird. Diese Prozedur wird ERCP genannt, was für Endoskopisch-Retrograde-Cholangio-Pankreatikographie steht.

In ernsten Fällen einer akuten Pankreatitis muss der Patient für drei bis vier Wochen intravenös ernährt werden.

Bei Anzeichen einer Infektion werden Antibiotika verabreicht.

Sollten Komplikationen wie Infektionen, Zysten oder Blutungen auftreten, kann der Arzt einen chirurgischen Eingriff vornehmen müssen, um:
  • die Gallenblase zu entfernen
  • nekrotisches (abgestorbenes) Gewebe zu entfernen
  • Zysten zu entleeren

Chronische Pankreatitis

Eine chronische Pankreatitis hat viele Ursachen, aber 70 bis 80% sind auf chronischen Alkoholmissbrauch zurückzuführen. Sie tritt häufiger bei Männern als bei Frauen auf und entwickelt sich häufig zwischen dem 30. und dem 40. Lebensjahr.

Eine chronische Pankreatitis kann sich bereits nach nur einer akuten Attacke entwickeln, besonders wenn der Bauchspeicheldrüsen-Hauptgang beschädigt wird. Ein Schaden an der Bauchspeicheldrüse, der durch Alkoholkonsum verursacht wurde, kann für viele Jahre keine Symptome entwickeln und dann plötzlich eine Entzündungs-Attacke hervorrufen.

Einige Arten der chronischen Pankreatitis sind erblich. Diese Arten hängen mit einer Abnormalität der vom Pankreas gebildeten Enzyme zusammen, welche die Enzyme veranlasst, das Gewebe zu schädigen.

In den frühen Stadien einer Pankreatitis kann der Arzt häufig nicht entscheiden, ob es sich um eine akute oder eine chronische Form handelt. Die Symptome können die gleichen sein. Patienten mit einer chronischen Entzündung tendieren dazu, drei Probleme zu haben:
  • Schmerzen
  • eine fehlerhafte Absorption von Nahrung, was zu Gewichtsverlust führt
  • Diabetes
Die Schmerzen können anhaltend im Rücken oder im Bauchraum auftreten und teilweise sehr beeinträchtigend sein.

In einigen Fällen chronischer Pankreatitis lässt der Schmerz nach, wenn die Krankheit fortschreitet. Ärzte sind der Meinung, dies geschieht, weil das Pankreas dann keine Enzyme mehr produziert.

Patienten mit chronischer Pankreatitis verlieren oft Gewicht, sogar wenn ihr Appetit und ihre Essgewohnheiten sich nicht verändert haben. Der Grund dafür ist, dass der Körper nicht genug Pankreas-Enzyme herstellt, um die Nahrung zu verdauen; Nährstoffe können nicht mehr normal aufgenommen werden.

Mangelhafte Verdauung führt zur Abgabe von Fett, Eiweiß und Zucker in den Stuhl. An diesem Punkt kann sich ein Diabetes entwickeln, wenn die Zellen im Pankreas, die für die Insulinherstellung verantwortlich sind, beschädigt werden.

Diagnose und Behandlung der chronischen Pankreatitis


Eine Diagnose der chronischen Pankreatitis ist schwierig, jedoch stehen einige hochentwickelte medizinische Techniken zu Verfügung. Pankreas-Funktions-Bluttests helfen dem Arzt dabei, zu entscheiden, ob die Bauchspeicheldrüse noch in der Lage ist, genug Verdauungsenzyme herzustellen. Abnormalitäten des Pankreas können auch erkannt werden durch:
  • Ultraschall
  • ERCP
  • Computertomographie
In fortgeschritteneren Stadien einer chronischen Pankreatitis, wenn Diabetes und fehlerhafte Resorption auftreten, kann der Arzt auch Blut, Urin und Stuhltests durchführen, um eine Diagnose zu stellen.

Eine chronische Pankreatitis wird durch das Verschreiben von Schmerzmitteln und eine Nahrungsumstellung behandelt. Patienten können den Verlust von Fett und Eiweiß reduzieren, indem sie Medikamente einnehmen, die Pankreas-Enzyme enthalten. Dies wird eine verbesserte Ernährung und eine Gewichtszunahme zur Folge haben. Manchmal werden Insulin oder andere Medikamente verschrieben, um den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren.

In einigen Fällen von chronischer Pankreatitis wird ein chirurgischer Eingriff vorgenommen, um die Schmerzen zu lindern, indem ein vergrößerter und gestauter Pankreasgang entlastet wird.

Zusammenfassung

Eine Pankreatitis ist eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, einem sehr wichtigen Organ des Körpers. Sie kann zunächst als akute Pankreatitis auftreten und sich dann zu einer chronischen Pankreatitis entwickeln.

Dank medizinischer Fortschritte stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten offen. Wird sie nicht behandelt, kann eine Pankreatitis allerdings tödlich sein.

Eine Behandlung hängt auch von gesunden Lebensgewohnheiten ab. Zum Beispiel sollte ausschweifender Alkoholkonsum und fettige Nahrung vermieden werden.

Durch eine richtige Behandlung kann Patienten mit einer Pankreatitis zu einem gesunden Leben verholfen werden und mögliche Komplikationen vermieden werden!

Die Informationen dienen der allgemeinen Weiterbildung. Sie können in keinem Falle die ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung ersetzen.
Bei gesundheitlichen Beschwerden sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

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