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Arthrose

Die Arthrose (v. griechische Sprache|griech. ''??????'' ?Gelenk?), auch Arthrosis deformans (v. latein|lat. deformare ?verstümmeln?) genannt, ist eine chronische, schmerzhafte, zunehmend funktionsbehindernde Gelenkveränderung infolge eines Missverhältnisses zwischen Tragfähigkeit und Belastung; es handelt sich um eine degenerative Gelenkerkrankung. Im Gegensatz zur Arthritis sind bei der Arthrose die Gelenke nicht entzündet, sondern abgenutzt. Von diesem Verschleiß ist zunächst der Knorpel betroffen, später folgen dann Veränderungen am Knochen, sogenannte Geröllzysten bilden sich, es kommt zur Bildung von Osteophyten. Oft bewirken Verletzungsfolgen einen vorzeitigen Verschleiß, man redet von einer posttraumatischen Arthrose. Großzügige operative Meniskusentfernungen führen etwa 20 Jahre später zur Arthrose des betroffenen Kniegelenkes.

Image:Gonarthrose-Knorpelaufbrauch.jpg|thumb|mediale Gonarthrose
Es handelt sich rechts um eine NMR-Darstellung eines arthrotischen Kniegelenkes. Deutlich zu sehen sind die Osteophyten im mittigen und lateralen Bereich des Gelenkspaltes und der Verschleiß oder Abrieb der Knorpelschicht im linken Bereich des Bildes. Der Knochen des Schienbeinkopfes im mittigen Bereich ist verdichtet, eine Reaktion auf den vermehrten mechanischen Stress. Die Knorpelschicht hat ihre Dämpfungsfunktion eingebüßt.

Symptome


Arthrose beginnt schleichend und verläuft zunächst langsam. Was mit leichten, belastungsabhängigen Schmerzen beginnt, kann sich als der Anfang der Erkrankung herausstellen. Später kommt es zu Veränderungen im Bereich der gelenknahen Knochen, der Gelenkschleimhaut und der Gelenkkapsel sowie der Muskulatur. Als Folge können weiterhin auftreten: Schwellung des Gelenks, Gelenkerguss (dann spricht man von der aktivierten Arthrose) und zunehmende Deformation (Verformung) des Gelenks. Typisch sind Anlaufschmerzen, besonders nach der Nachtruhe. Im weiteren Verlauf kann es dann auch Schmerzen in Ruhe geben. Bei der Untersuchung fallen die veränderte Form, eventuell die Schwellung und die bei der Bewegungsprüfung auftretenden Gelenkgeräusche auf. Die Abriebsvorgänge führen dazu, dass der Bandapparat des Gelenkes gelockert wird.

Lokalisation


Die meisten Arthrosen entstehen in den Gelenken, die durch die Schwerkraft belastetet sind: in Knien, Hüften und Sprunggelenken. Die verminderte Beweglichkeit und Belastbarkeit ändert Haltung und Gang, was sich in der Wirbelsäulenstatik niederschlägt. Rückenschmerzen, eventuell schwere degenerative Veränderungen der Wirbelsäule sind die Folge.
Einseitige berufliche Belastungen können ebenfalls zu Arthrosen führen, als Beispiel sei die als Berufskrankheit anerkannte Arthrose des Ellenbogens genannt bei Menschen, die lange Zeit mit einem Presslufthammer gearbeitet haben...

Verwandte Begriffe


Gelenkverschleiß, Arthrosis deformans, Osteoarthritis (engl. für Arthrose). Hier sei auf die Unterschiede im englischen und deutschen Sprachgebrauch hingewiesen: Die Arthritis in der deutschen Literatur ist ein primär entzündliches Geschehen, bei dem die zerstörenden Abriebvorgänge erst in zweiter Linie auftreten. Das ist etwas Anderes als eine Arthrose.

Entstehung

Der Anfang einer Arthrose ist ein Knorpelschaden, wobei aber lange nicht jeder Knorpelschaden zu einer Arthose führen muss. Der Grund hierfür ist wahrscheinlich die individuelle Ausprägung des Immunsystems. Der Gelenkknorpel des Menschen ist eine sog. "immunologisch privilegierte Region", das heißt, der Knorpel enthält so viele potentielle Autoantigene, daß es in der Evolution günstiger war, Immunzellen aus den Gelenken weitgehend herauszuhalten. Durch eine mechanische Verletzung treten die Autoantigene, zumeist Proteoglykane (Eiweiß-Zucker-Verbindungen) aus dem Knorpel heraus und bewirken eine Immunantwort gegen Selbst (siehe IL-1 unter "Therapie). Dadurch wird der Knorpel neben der mechanischen Schädigung zusätzlich biochemisch angegriffen.
Dieser Schaden führt zu einem gesteigerten Abrieb der gelenkbildenden Oberfläche, es kommt zu einem Verlust an Knorpelsubstanz, im Röntgenbild verschmälert sich der Gelenkspalt. Die mechanische Dämpfungsfunktion der Knorpelschicht wird schlechter, der unter dem Knorpel gelegene Knochen wird vermehrtem mechanischen Stress ausgesetzt. Auf diesen Stress reagiert der Knochen mit einer Verdichtung seiner Binnenstruktur, man bezeichnet das als "Eburnisation", der Knochen wird hier mit "Elfenbein" verglichen. Wenn der Verfall des Gelenkes soweit fortgeschritten ist, beginnt sich der Knochen zu verformen. Der Körper versucht, die Auflagefläche des Gelenkes zu verbreitern, es bilden sich Osteophyten. Durch mechanische Überlastungen bricht die Knochenbinnenstruktur unterhalb der Knorpelschicht stellenweise zusammen, es bilden sich Löcher, die als Geröllzysten bezeichnet werden.
Man unterscheidet zwischen der primären und der sekundären Arthrose. Die Literatur gibt an, dass es sich bei 80% der Fälle um primäre Arthrosen (d. h. Ursache unbekannt) und bei den restlichen 20% um sekundäre Arthrosen (d. h. Entstehung als Folge einer primären Ursache). Einige Fachleute sind der Auffassung, dass 20% primär und 80% sekundär entstehen.

Bei der sekundären Arthrose sind folgende Ursachen bekannt:
  • mechanische
  • entzündliche
  • metabolische
  • chemische
  • trophische
  • hormonelle
  • neurologische

Arthroseformen


Die folgenden Arthroseformen beziehen sich namentlich auf das jeweils betroffenene Gelenk:
  • Kniegelenksarthrose - auch Gonarthrose genannt am Kniegelenk
  • Hüftgelenksarthrose - auch Coxarthrose genannt am Hüftgelenk
  • Sprunggelenksarthrose - am oberen und unteren Sprunggelenk
  • Omarthrose - Arthrose des Schultergelenkes
  • Spondylarthrose - Arthrose der Wirbelgelenke
  • Herberden-Arthrose - Arthrose der Fingerendgelenke
  • Bouchard-Arthrose - Arthrose der Fingermittelgelenke
  • Cubitalarthrose - Arthrose des Ellenbogengelenks
  • Rhizarthrose - Daumensattelgelenksarthrose
  • Hallux rigidus - versteifende Arthrose des Großzehengrundgelenkes
  • Hallux valgus - Fehlstellung des Grosszehens
  • Iliosakralgelenksarthrose - Arthrose der Kreuz- Darmbeingelenke

Die folgenden Arthrosebezeichnungen beschreiben den Status bzw. die Herkunft der Arthrose:
  • Präarthrose - Vorstufe der Arthrose z.B. aufgrund einer Hüftgelenksdysplasie
  • Posttraumatische Arthrose - aus einer Verletzung resultierende Fehlstellung eines Gelenkes, die zu vorzeitigem Verfall führt
  • Polyarthrose, multiple Arthrose - wenn die Arthrose an vielen Gelenken gleichzeitig auftritt
  • Pseudoarthrose - ist ein aus einem nicht verheilten Knochenbruch entstandenes Falschgelenk.

Knorpelschadensgrade


Ein wichtiges Kriterium zur Beurteilung des Verlaufs und der Therapieoptionen einer Arthrose ist der Knorpelschadensgrad. Dabei muss der objektiv festgestellte Schadensgrad aber nicht zwangsläufig entsprechende Beschwerden hervorrufen. Manche Betroffene haben mit einem Schadensgrad II bereits starke Schmerzen, während andere mit Grad IV - kaum Beschwerden haben. Die Auswirkung ist also von Einzelfall zu Einzelfall verschieden.
  • Grad I : weiche Knorpeloberfläche, noch keine Schädigung der Knorpeloberflächenschicht
  • Grad II : es sind nur oberflächliche Knorpelschichten betroffen, leichte Schäden in der Knorpelzellstruktur, aufgeraute Oberfläche
  • Grad III : tiefe Knorpelbrüche mit bloßem Auge erkennbar, Knorpelschäden bis zum darunter liegenden Knochen
  • Grad IV : Knorpelzerstörung mit freiliegendem Knochen. Schwere Gelenkschädigungen, bei denen es zu einer völligen Zerstörung der Knorpelschicht mit freiliegendem Knochen gekommen ist

Diagnostik


Der Patient berichtet bei der Anamnese über Gelenkschmerzen, anschliessend muss noch geklärt werden, bei welchen Gelegenheiten dieser Schmerz auftritt. Es folgt die klinische Untersuchung der Gelenkkontur, der Funktion, der Bandstabilität, der umgebenden Muskulatur und dann schließt sich, je nach Erfordernis, eine bildgebende Diagnostik an, also Röntgen, Computertomografie|CT oder Magnetresonanztomografie|MRT. Wenn sich ein Befund für eine minimalinvasive Intervention anbietet, kann eine Arthroskopie notwendig werden. Die Entwicklung der Arthroskopie in den letzten Jahren hat etliche Gelenke für diese elegante Form des operativen Eingriffs zugänglich gemacht. Am häufigsten werden Arthroskopien am Kniegelenk durchgeführt, auch um präoperativ abzuklären, zum Beispiel welcher Typ Endoprothese im Einzelfall sinvoll ist. Meistens werden Arthroskopien jedoch eingesetzt, um zeitgleich mit der Diagnostik auch die erforderliche Sanierung des Gelenkes vornehmen zu können.

Therapie

  • Laut der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) ist bei Arthrose nur die Wirksamkeit von analgetikum|Analgetika (Schmerzmittel) belegt. Dazu gehören die nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) wie zum Beispiel Paracetamol, Diclofenac oder Ibuprofen, und die besser magenverträglichen Cyclooxygenase 2-Hemmer (COX2-Hemmer, wegen gehäufter Herzinfarkte und Schlaganfälle in die Diskussion gekommen) sowie die stark wirksamen Analgetika vom Morphin-Typ.
  • Zur Funktionsverbesserung wird oft Krankengymnastik eingesetzt. Bei kranken Kniegelenken können eine Schuhzurichtung und dämpfende Schuheinlagen helfen den weiteren Verfall zu bremsen. Bei Reizzuständen der Gelenke mit Überwärmung und Schmerz können '''kühlende Maßnahmen''' eine Linderung bringen. Die beliebten Salben haben wahrscheinlich keine Wirksamkeit, da sie nicht bis ins Gelenk aufgenommen werden.
  • Zu den operativen Therapien der Arthrose gehört u. a. neben der operativen Gelenkumstellung - der Abrasion (auch Gelenktoilette genannt) - und der Gelenkversteifung (Arthrodese) auch der künstliche Gelenkersatz '''Endoprothese'''. In der BRD werden derzeit circa 160000 endoprothetischen Operationen an der Hüfte und circa 80000 an den Kniegelenken durchgeführt.
  • Eine neue Therapieoption bietet die Interleukin 1 Antagonist Therapie: Aus dem Blut des Patienten wird ein Interleukin|IL-1 Antagonist gewonnen und in das betroffene Gelenk injiziert. Somit wird das am Krankheitsgeschehen beteiligte IL-1 in seiner schädigenden Funktion gehemmt. Die gute Wirksamkeit dieser Therapie konnte im Mai 2005 in einer deutschen Phase-III Studie (Medizin)|Studie belegt werden. Dabei schnitt die Interleukin 1 Antagonist-Therapie doppelt so gut ab wie die Gabe von Hyaluronsäure (eine körperfremde Gelenkschmiere). Der Name, unter dem dieses Verfahren zur Zeit (2005) vermarktet wird, ist Orthokin®. Bei den guten Untersuchungsergebnissen ist zu erwarten, dass andere Firmen versuchen werden, sich an diesem Verfahren zu beteiligen.
  • Erfolge für die Schmerzlinderung bei Arthrose werden durch den Einsatz der http://www.blutegel.org/arthrose.htm Blutegeltherapie erzielt.
  • Eine weitere Behandlungsmöglichkeit besteht mit der Radonthermalstollen-Behandlung, z. B. im Gasteiner Heilstollen. Es handelt sich im Prinzip um eine ungerichtete Ausschaltung aller an der Entstehung von Schmerz- und Entzündungsmediatoren beteiligten Zellen. Eine so ungerichtete Therapie sollte, wenn es sich um radioaktive Substanzen handelt, mit Vorsicht betrachtet werden. Bei jeder Röntgenaufnahme wird auf die Strahlenbelastung geachtet. In Bad Gastein fragt niemand nach der bedenklicheren Ganzkörperdosis. Von Radiologen wird oft die ?Röntgenreizbestrahlung? durchgeführt, danach sind die Schmerzen im Gelenk meistens für einige Zeit weniger stark, der Verfall des Gelenkes wird aber oft noch beschleunigt.
  • Führt eine aktivierte Arthrose zu dauerndem Reizzustand des Gelenkes mit immer wieder auftretenden, schweren Ergüssen, kann die Radiosynoviorthese spürbare Besserung bringen. In das gereizte Gelenk wird ein meistens kolloidal aufgeschwemmter alpha- Strahler injiziert, mit dem Ziel, die hyperaktiven Zellen der Synovialmembran abzutöten. Dieses Verfahren ist wissenschaftlich anerkannt, die Durchführung bedarf eines erheblichen technischen Aufwandes, da der verwendete Strahler kurzlebig sein muss und insofern die Zeit zwischen Gewinnung des Strahlers und der Injektion eng begrenzt ist. Das Verfahren hat seinen festen Platz in der Therapie schwerer und schwerster Reizustände bei Arthritiden und aktivierten Arthrosen, sofern die anderen Therapieoptionen ohne wesentlichen Erfolg ausgeschöpft sind. Auch hier gilt die strenge Indikationsstellung.
  • Medizinisch nicht gesichert, aber von Betroffenen teilweise berichtet, helfe die tägliche Einnahme von Hirse, speziell der Wildform der Hirse, der sogenannten Braunhirse. Weitere natürliche Heilmittel mit vermuteter therapeutischer Wirkung sind Auszüge aus der südafrikanischen Pflanze Teufelskralle (Harpagophytum) und Kieselerde.
  • Hildegard von Bingen empfahl bei Arthrosen schon die Einnahme von Kollagen-Hydrolysat. Damals nahm man gekochte Kalbsfüße, heute gibt es Gelatine in gereinigter, trockener Form. Ob die über die Verdauung aufgenommen Nahrungsergänzungsmittel tatsächlich das erkrankte Gelenk erreichen, ist in Fachkreisen allerdings umstritten.

Kommerz und Krankheit


Eine degenerative Arthrose ist nicht heilbar. Umso mehr Behandlungsmethoden - es sind über 200 - werden in diesem Markt angeboten. Viele davon -  von Nahrungsergänzungsmitteln bis zur Anwendung physikalischer Methoden (?modulierte Magnetfelder?) - verfügen über keinen wissenschaftlichen Beleg ihrer Wirksamkeit. Sie werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen, stellen aber für Geschäftemacher - auch manche Mediziner - als Selbstzahlerleistungen (IGeL) eine bedeutende Einnahmequelle dar. Als scheinbare Behandlungserfolge zählen dabei vorübergehend abklingende Beschwerden, die aber für den wellenförmig wiederkehrenden Verlauf der Arthrose-Entzündungen typisch sind.

Literatur

  • Klaus-Dieter Thomann: Wirksame Hilfe bei Arthrose. TRIAS- Verlag, Stuttgart, 2003 ISBN 3-83043-094-9
  • Gerhard Leibold: Arthritis und Arthrose. Jopp-Oesch Verlag 2003 ISBN 3-03505-037-6

Die Informationen dienen der allgemeinen Weiterbildung. Sie können in keinem Falle die ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung ersetzen.
Bei gesundheitlichen Beschwerden sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

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