Guthrie-Test bei KRANKHEITEN.DE
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Guthrie-Test

Der Guthrie-Test (nach Robert Guthrie, 1916?1995) war ein wichtiger Bestandteil der Screeninguntersuchungen beim Neugeborenen. Er erfolgte bei Termingeburten um den 5. Lebenstag, bei Frühgeburten um den 10. Lebenstag und diente der Früherkennung einer bestimmten angeborenen Stoffwechselstörung, der Phenylketonurie.

Begriffsklärung

Beim Guthrie-Test handelt es sich historisch um den den Prototyp einer Screeninguntersuchung im Neugeborenenalter. Im Sprachgebrauch hat sich die Bezeichnung daher weithin als Oberbegriff für alle durchgeführten Screening-Untersuchungen beim Neugeborenen eingebürgert. Im eigentlichen Sinne bezeichnet er aber nur die unten beschriebene, von Robert Guthrie entwickelte und eingeführte Untersuchung.

Methode

Aus der Ferse des Neugeborenen wurde Blut auf eine Filterpapierkarte getropft und nach Trocknen in das entsprechende Labor eingesandt. Dort wurden Scheiben von definierter Größe ausgestanzt und auf einen Nährboden aufgetragen, der mit einem besondernen Bakterienstamm beimpft war. Diese Bakterien konnten sich in Anwesenheit von Phenylalanin nicht vermehren, so dass bei erhöhter Konzentration dieser Aminosäure ein sogenannter Hemmhof auf dem Nährboden entstand.

Fehlerquellen

Da es sich um eine biologische Nachweismethode handelte, war sie durch zahlreichen Fehlerquellen behaftet. So hängt die Konzentration von Phenylalanin stark von der Menge der aufgenommenen Nahrung in den ersten Lebenstagen ab. War diese zu gering, konnte auch bei vorliegen der gesuchten Erkrankung der Phenylalaninspiegel in der untersuchten Probe unterhalb der Nachweisgrenze des Guthrie-Tests liegen. Umgekehrt konnte eine Behandlung mit einem Antibiotikum das Bakterienwachstum allgemein hemmen und somit zu Falsch_positiv|falsch-positiven Ergebnissen bei Neugeborenen führen, die gar keine Störung des Phenylalaninstoffwechsels hatten. Der Guthrie-Test ist verlassen worden, seit sehr viel empfindlichere direkte Nachweismethoden für die Phenylalanin-Konzentration eingeführt wurden.

Die Informationen dienen der allgemeinen Weiterbildung. Sie können in keinem Falle die ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung ersetzen.
Bei gesundheitlichen Beschwerden sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

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