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Q-Fieber

Q-Fieber ist eine durch das strikt intrazellulär lebende, Gram-Färbung|gram-negative Bakterium ''Coxiella burnetii'' verursachte Zoonose (von Tieren auf Menschen übertragene Krankheit), die in etwa 60% der Fälle asymptomatisch und selbstlimitierend verläuft, welches als so genannte Dauerform (Sporen) z.B. in Staub, auf Heu oder auf Wolle jahrelang überleben und infektiös bleiben kann. In Deutschland sind vor allem Schafe (Kot der Buntzecke) Träger des Erregers. Die Übertragung erfolgt meist durch Inhalation kontaminierten Staubs. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung kommt nur selten vor. Die Infektion erfolgt durch kontaminierte Partikel in der Atemluft. Die Inkubationszeit beträgt 9 bis 40 Tage.

Q-Fieber ist eine nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtige Erkrankung.

Synonyme

Queensland-Fieber oder Query-Fieber (daher: Q-Fieber), Balkan-Grippe, Euboea-Fieber, Kretafieber, Krim-Fieber, Pneumorickettsiose, Schlachthausfieber, Siebentagefieber, Wüstenfieber

Geschichte

Die Krankheit wurde zuerst 1937 von Edward Holbroock Derrick bei Schlachthausarbeitern in Brisbane, Queensland, Australien als Erkrankung unbekannter Ursache wissenschaftlich beschrieben, was zu dem Namen Q-Fieber (von "query" für "fraglich") führte. Das Bakterium wurde ebenfalls 1937 von Frank MacFarlane Burnet und Freeman aus einem von Derrick's Patienten isoliert und als '''Rickettsien|"Rickettsia"'''-Spezies identifiziert.
H.R. Cox and Davis isolierten den Erreger aus Zecken in Montana, USA im Jahre 1938, beschrieben den Übertragungsweg und der Organismus wurde im gleichen Jahr offiziell als "Coxiella Burnetii" anerkannt. Inzwischen wird Coxiella burnetii nicht mehr als naher Verwandter der Rickettsien betrachtet.

Erscheinungsformen

Symptomatisch wird die Erkrankung am häufigsten durch ein grippeähnliches Erscheinungsbild mit abrupt einsetzendem Fieber, starker Abgeschlagenheit, starken Kopfschmerzen, Myalgie (Muskelschmerzen), Appetitverlust, trockenem Husten, Brustschmerz, Schüttelfrost, Verwirrtheit, und - seltener - Magen- Darm-Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Das Fieber hält etwa 7 bis 14 Tage an.

Im Verlauf der Erkrankung können eine Lungenentzündung (atypische Pneumonie) auftreten, welche in ein lebensbedrohliches akutes Atemnot-Syndrom ARDS resultieren kann. Allerdings treten Atmungssymptome gewöhnlich früh auf (4-5 Tage nach Beginn der Erkrankung).

Etwas weniger häufig wird Q-Fieber als eine Hepatitis|Leberentzündung (granulomatöse Hepatitis) auffällig durch generelle Abgeschlagenheit, Fieber, Lebervergrößerung, Schmerzen im rechten Oberbauch und Gelbsucht (Ikterus).

Die noch etwas seltenere chronische Form des Q-Fiebers ist praktisch identisch mit einer durch das Bakterium verursachten Entzündung der inneren Herzhaut (Endokarditis) und des Herzbeutels (Perikarditis), die unbehandelt meist tödlich verläuft. Die Letalität (Sterblichkeit) sinkt bei angemessener Behandlung auf etwa zehn Prozent. Sie kann nach Monaten, aber auch nach Jahrzehnten auftreten.

Vorkommen und Auftreten


Die Erreger kommt weltweit außer in New Zealand und der Antarktis vor, wobei er in Europa häufiger als Leberentzündung und in Nordamerika häufiger als Lungenentzündung auffällig wird. Das Bakterium ist extrem überlebensfähig und äußerst ansteckend: ein einzelnes Bakterium kann bereits eine Infektion verursachen. Träger der Bakterien sind in Deutschland vor allem Schafe, die Übertragung auf Menschen erfolgt insbesondere durch Inhalation von Staub (Kot der Buntzecke), der durch erregerhaltige Geburtsprodukte Kontamination|kontaminiert ist oder durch Kontakt mit kontaminierten Produkten wie Wolle, Milch oder Fleisch. Zecken können den Erreger auch auf andere Tiere übertragen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch scheint extrem selten zu sein und ist bisher nur wenige male beschrieben worden.

Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen, was vermutlich mit der beruflichen Exposition von Personen, die in der Tierzucht, Milchverarbeitung, Schlachtung tätig sind zusammenhängt. Ein Impfstoff existiert und eine Impfung gegen den Erreger wird besonders exponierten Personen in Deutschland empfohlen.

Im Mai 2003 infizierten sich etwa 20 Menschen im westfälischen Soest nach einer Geburt von Zwillingslämmern auf einem Bauernmarkt. Zwischen Ende Juni und Anfang August 2005 wurden im Stadtgebiet von Jena (Winzerla) ca. 300 Personen mit der Diagnose Q-Fieber registriert. Auslöser war eine Schafherde, die Anfang Juni im Bereich des Wohngebiets geweidet hatte. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts wurden sowohl bei zwei Dutzend Schafen als auch bei mehreren Dutzend der erkrankten Personen Antikörper gegen Coxiella brumetii serologisch nachgewiesen

Diagnose

Die Diagnose ist hauptsächlich von einer serologischen Untersuchung abhängig, mit der eine Immunsystem|Immunantwort nachgewiesen wird. Der Erregernachweis im Blut gelingt in der Regel nicht und ist außerdem gefährlich. Entzündungszeichen im Blut sind weder ausreichend typisch noch aussagekräftig (Erhöhung der weißen Blutkörperchen (Leukozytose) bleibt z.B. in 70-90% der Fälle aus).
Bei entsprechendem Verdacht müssen Herz, Leber und Gehirnwasser (Liquor cerebrospinalis) untersucht werden.

Behandlung

Die Behandlung der akuten Form ist in aller Regel erfolgreich und erfolgt in Absprache mit Infektionskrankheit/infektiologie.php">Infektiologie|Infektiologen durch Antibiotika, und zwar für eine Dauer von zwei bis drei Wochen. Empfohlen werden Chinolone, Tetracycline, Makrolid-Antibiotika. Ebenso in Frage kommen Doxycyclin, Chloramphenicol, Ciprofloxacin, Ofloxaxin, Hydroxychloroquin. Die Behandlung der chronischen Form kann bis zu vier Jahren Behandlung mit Doxycycline und Hydroxychloroquine erfordern. Sie ist auch weniger häufig erfolgreich.

Besonders gefährdete Personen, z. B. Tierärzte, Schlachthofpersonal oder Labormitarbeiter, sollten vorsorglich geimpft werden.

Militärische Verwendung

Aufgrund des Infektionsweges kann der Erreger auch als biologische Waffe verwerdet werden und verschiedene Armeen haben ihn in ihrem Biowaffenarsenal.

Übersicht der häufigsten Krankheiten:


Die Informationen dienen der allgemeinen Weiterbildung. Sie können in keinem Falle die ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung ersetzen.
Bei gesundheitlichen Beschwerden sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

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