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Schlafentzug

Schlafentzug kann als Schlafentzugsbehandlung oder Wachtherapie als Behandlungsverfahren bei Depressionen eingesetzt werden und ist als Foltermethode bekannt.

Der Weltrekord im Schlafentzug wird derzeit vom Amerikaner Randy Gardner gehalten. Er verbrachte 11 Tage und Nächte ohne Schlaf. Danach gab er noch eine Pressekonferenz bevor er sich für 14 Stunden schlafen legte und völlig erholt wieder aufwachte.

Schlafentzug bei Ratten führte bei einem Experiment zum Tod innerhalb von ca. 28 Tagen. Der Tod tritt später ein, wenn nur REM-Schlaf|REM- oder nur NREM-Schlaf|NREM-Phasen unterbunden werden.

Bei Menschen führt Schlafentzug über einen längeren Zeitraum zu einer Häufung von Sekundenschlaf. Monatelanger Schlafentzug, wie in dem Fall einer genetisch bedingten Schlafstörung, führt zum Tod, Symptome wie Demenz und Persönlichkeitsstörungen entwickeln sich bereits in den ersten Wochen.

Schlafentzug als Therapieform

Man unterscheidet einen partiellen (teilweisen) Schlafentzug, bei dem nur in der zweiten Nachthälfte wach geblieben wird, von einem vollständigen Schlafentzug.

Nach einem Schlafentzug kommt es in etwa der Hälfte der Fälle zu einer messbaren Verbesserung der Stimmung am Folgetag. Um den Effekt des Schlafentzugs über einige Tage zu erhalten, kann an den Schlafentzug eine Schlafphasenvorverlagerung anschließen.

Wachtherapie mit Schlafphasenvorverlagerung zählt zu den Standardbehandlungsmethoden in der stationären Depressionsbehandlung und wird zusätzlich zur medikamentösen und psychotherapeutischen Behandlung angewandt. Ein großer Vorzug des Schlafentzugs als Behandlungsmethode bei Depressionen ist das Fehlen von Nebenwirkungen.

Vermutlich funktioniert die Methode des Schlafentzugs durch eine Ausgleichswirkung von Neurotransmitterungleichgewichten im Gehirn (z.B. Acetylcholin und Serotonin), weswegen die Therapie am besten bei Depressionen anschlägt, die tageszeitabhängig unterschiedlich stark auftreten (diese ist dann meistens morgens, nach dem Aufwachen, schwächer als am Abend).

Schlafentzug als Folter

Dauerhafter Schlafmangel führt zu körperlichen Beschwerden (z.B. erhöhte Infektanfälligkeit, Kopfschmerzen) und zu psychischen Problemen (beispielsweise Denkstörungen, Müdigkeit, Halluzinationen, Reizbarkeit). Dauerhafter methodischer Schlafentzug wird daher auch als Methode der Folter unter anderem dazu eingesetzt, um klares Denken des Opfers zu unterbinden und um den Willen sowie die Widerstandskraft des Opfers zu brechen um so beispielsweise Aussagen zu erpressen.

Im alten Kaiserreich China diente der Schlafentzug über Tage und Wochen dazu, Schwerverbrecher hinzurichten. Durch Schlagen, Pieken und Kitzeln wurden diese wach gehalten. Nach einigen Tagen bekamen sie Wahnvorstellungen und bald darauf starben sie. Es sind jedoch keine Personen bekannt, die mehr als 11 Tage ohne Schlaf auskommen konnten.

In der Sowjetunion war Schlafentzug eine gängige Praxis bei den Verhören von Verdächtigen, die teilweise wie am Fließband von verschiedenen Personen abwechselnd befragt wurden (diese Folter wird auch in Solschenizyns Archipel Gulag geschildert). Kombiniert mit Einschüchterungen, Drohungen, Entzug von Nahrung und Wasser sowie qualvollen Körperhaltungen war es ein weit verbreitetes Druckmittel. Schlafentzug wird auch heutzutage noch oft als Foltermethode angewandt, da er keine nachweisbaren körperlichen Spuren beim Opfer hinterlässt. Gemäß der Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und der Europäische Menschenrechtskonvention|Europäischen Menschenrechtskonvention gilt: ''Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden.''


Die Informationen dienen der allgemeinen Weiterbildung. Sie können in keinem Falle die ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung ersetzen.
Bei gesundheitlichen Beschwerden sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

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