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Hirnschaden

Ein Hirnschaden ist ein zusammenfassender, unspezifischer Begriff für eine angeborene oder erworbene Krankheit des Gehirns, z. B. eine ''Gehirnblutung oder einen Gehirnabzess''. Auch Sauerstoffmangel, eine Infektionskrankheit oder eine chronische Krankheit der schwangeren Mutter kann einen Hirnschaden verursachen, im späteren Lebensalter meist Unfälle, schwere Erkrankungen, aber auch Kriege und Naturkatastrophen.

Der frühkindliche Hirnschaden war/ist ein ungenauer Begriff für verschiedene psychische Störungen im Säuglings- und Kindesalter. Die Bezeichnung wurde/wird meist nur von medizinischen Laien verwendet. Bis vor kurzem hat man die Aufmerksamkeitsstörung als frühkindlichen Hirnschaden bezeichnet.

Pathophysiologie

Ursachen für Hirnschädigungen sind unter anderem:
  • Lokale Ischämie:
    Durch eine Verengung der arteriellen Blutgefäße, entweder durch Arteriosklerose oder durch einen Thromboembolie|thromboembolitischen Verschluß kann es zu einem Infarkt des Gehirnareales durch das versorgende Blutgefäß kommen.
  • Globale Ischämie ist Folge einer Minderdurchblutung des gesamten Gehirns. Dies geschieht insbesondere dann, wenn der notwendige Perfusionsdruck unter den Schwellenwert von 5,3 kPA (~40 mmHg) abfällt. Die für eine konstante Durchblutung zuständige Autoregulation der Gefäße versagt und es kommt zu einem dramatischen Druckabfall. Ursachen können zum Beispiel ein Herzinfarkt, eine Herztamponade oder eine Heroinüberdosierung sein.
  • Bei Hypoxie ist die Blutversorgung zwar normal, es gelangt jedoch kein Sauerstoff in das Gehirn. Ursachen können zum Beispiel eine fehlende (Spontan-)Atmung, eine Cyanid- oder Kohlenmonoxidvergiftung sein.
Nicht selten wird eine Kombination aus Hypoxie und Ischämie beobachtet, die daraus resultierenden Hirnschäden werden oberflächlich unter "hypoxisch-ischämische Enzephalopathie" zusammengefasst. Die einzelnen Strukturen des Gehirns reagieren mit unterschiedlicher Emfindlichkeit auf den Mangelzustand. Meist sind zuerst Neurone des Hippocampus sowie die Purkinje-Zellen des Kleinhirns als erste geschädigt.
  • Hämorrhagische Blutung: Dies kann primär durch eine Blutung eines gerissenen Gefäßes (insbesondere eines Aneurysma) oder sekundär durch Einblutung in ein vorbestehendes Infarktgebietes entstehen. Die daraus resultierenden neurologischen Ausfälle werden als Schlaganfall bezeichnet.

Hirnschäden in der ICD-10-Klassifikation

  • ICD-10 F05.0 Delir, nicht durch Alkohol oder Drogen verursacht, hirnorganisch
  • ICD10 F06.9 Hirnorganisches Psychosyndrom (auch: Hirnorganisches Syndrom, Organische psychische Störung)
  • ICD-10 F07.9 Psychoorganisches Syndrom (auch: Organisches Psychosyndrom)
  • ICD-10 F09.0 Organische Psychose (auch: Nicht näher bezeichnete organische oder symptomatische psychische Störung)
  • ICD-10 G93.4 Enzephalopathie, nicht näher bezeichnet
  • ICD-10 G93.9 Gehirnschaden (auch: Krankheit des Gehirns, nicht näher bezeichnet)
  • ICD-10 I61.9 Intrazerebrale Blutung, nicht näher bezeichnet
  • ICD-10 I62.9 Intrakranielle Blutung (nichttraumatisch), nicht näher bezeichnet
  • ICD-10 I63.9 Hirninfarkt, nicht näher bezeichnet
  • ICD-10 I64.0 Schlaganfall, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet
  • ICD-10 P96.9 Frühkindlicher Hirnschaden

Symptome und Beschwerden

  • Je nach Ursache kommt es bei einem Hirnschaden zu halbseitigen Lähmungen, zu Störungen der Sprache, zu Schluckstörungen mit Aspirationsgefahr, zu Sehstörungen, zum Einnässen und Einkoten.
  • Auch Kopfschmerzen (evtl. mit Nackensteifigkeit), Schwindelgefühle, Übelkeit und Erbrechen sind möglich.
  • Teilweise verspüren die Patienten ein (unangenehmes) Kribbeln und/oder Taubheitsgefühl oder auch brennende oder stechende Schmerzen in einigen Körperteilen
  • Manchmal führt eine Schädigung des Gehirns auch zur chläfrigkeit oder zu völliger Bewusstlosigkeit.
  • Auch Erregungszustände mit Motorik|motorischer Unruhe, Misstrauen, Aggressivität und Wahnvorstellungen sind möglich.
  • Zustände der Reglosigkeit verursachen verminderte Psychomotorik, Teilnahmslosigkeit, verminderte Kontaktfähigkeit und einen "eingefrorenen" Gesichtsausdruck.
  • Bei Verwirrtheitszuständen kommt es zu Orientierungsstörungen, Gedankenflucht, Störungen von Gedächtnis und Merkfähigkeit, schlecht verständlicher oder zusammenhangsloser Sprache, Unruhe und Umtriebigkeit.
  • Bei Kindern kann es zu Lernbehinderung|Lernschwierigkeiten, zu Geistige Behinderung|geistiger Behinderung oder zu Verhaltensstörungen kommen.
  • Besonders beim Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom kommt es zu "Zappeligkeit", zur Unaufmerksamkeit, zu starker Ablenkbarkeit und zu Reizbarkeit sowie zu Schwierigkeiten beim Sozialverhalten.

Folgen und Komplikationen

Verletzungen oder Erkrankungen des Gehirns beeinträchtigen die Lebensqualität des Betroffenen stark.
  • Halbseitige Lähmungen, Sehstörungen und Fallneigung führen evtl. zur Pflegebedürftigkeit des Patienten.
  • Kopfschmerzen, Störungen des Gleichgewichts, Übelkeit und Erbrechen sowie Inkontinenz können den Alltag zur Qual machen.
  • Bei Krampfanfällen besteht Verletzungsgefahr durch Stürze, das Autofahren und die Ausübung bestimmter Tätigkeiten werden unmöglich.
  • Erregungszustände mit Aggressivität, motorischer Unruhe und evtl. Wahnvorstellungen führen zu Eigen- und Fremdbedrohung.
  • Zustände der Reglosigkeit führen evtl. zu Bewegungsmangel und zu Soziale sozialer Isolation.
  • Insbesondere der stark verwirrte oder schwer Geistige Behinderung|geistig behinderte Patient ist ständig auf die Hilfe anderer angewiesen.
  • Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom führt zu Lernbehinderung|Lernschwierigkeiten und evtl. zu schlechten Schulleistungen, zu starker Ablenkbarkeit und zu Störungen des Sozialverhaltens bis hin zur Soziale Isolation des Kindes in der Schulklasse. Die Möglichkeit der Eltern, ihr Kind zu Erziehung|erziehen, sind eingeschränkt.

Behandlung

  • Bei halbseitiger Lähmung, Kopfschmerzen mit Nackensteifigkeit, "Schiefgesicht", Gleichgewichtsstörungen, plötzlich verwaschener Sprache, bei Bewusstlosigkeit oder Krampfanfällen den Notruf absetzen! Keine Angst vor "falschem Alarm"!
  • Bei Bewusstlosigkeit die Erste stabile Seitenlage herstellen. Ständig Bewusstsein, Atmung und Puls kontrollieren!
  • Gelähmte Extremitäten abpolstern.
  • Patienten während eines Krampfanfalls vor Verletzungen schützen, beispielsweise scharfkantige Gegenstände aus seiner Umgebung entfernen und den Kopf abpolstern.
  • Schwer erregte, motorisch unruhige, aggressive und misstrauische Patienten durch ruhiges und besonnenes Auftreten beruhigen. Evtl. auf die Gedankengänge des Kranken eingehen. Den Patienten keinesfalls reizen oder "in die Enge treiben".
  • Bei Zuständen der Reglosigkeit auf plötzliche "Ausbrüche" gefasst sein, den Betroffenen nicht allein lassen und auf ärztlicher Behandlung bestehen.
  • Vor allem bei Verwirrtheit|verwirrten und bei schwer Geistige Behinderung|geistig behinderten Patienten ist die nonverbale Zuwendung wichtig: berühren, Hand halten und ruhiges Auftreten. Den Betroffenen durch Umsicht vor Verletzungen schützen und "Stolpersteine" (zum Beispiel Teppichschwellen, Stühle) aus dem Weg räumen. An körperliche Ursachen der Symptome denken.

Die Informationen dienen der allgemeinen Weiterbildung. Sie können in keinem Falle die ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung ersetzen.
Bei gesundheitlichen Beschwerden sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

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