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Epiglottitis

Kehldeckelentzündung, Griechische Sprache|gr. Epiglottitis (Epiglottis = Kehldeckel, -itis = Entzündung), auch Larynxstenose genannt.
Eine meist hoch akut auftretende bakterielle Entzündung der Epiglottis und des Larynx (lat. Kehlkopf).

Die Epiglottitis wird in der Regel ausgelöst durch das Bakterien|Bakterium Haemophilus influenzae Typ B.

Haupterreger: Haemophilus influenzae


Haemophilius Influenzae, auch Pfeiffer-Influenzabakterium genannt, ist ein Gram-Färbung|gramnegatives, Fakultativ|fakultativ Anaerobie|anaerobes Stäbchen-Bakterium. Es ist teilweise bekapselt und unbeweglich.
  • Der Name "Haemophilus" ist abgeleitet aus den griechischen Wörtern Haemo für Blut und philus für Freund, was somit soviel wie "blutliebend" bedeutet. Damit ist eine der bedeutendsten Eigenschaften dieses Bakteriums bereits im Namen beschrieben: Bakterien des Haemophilus-Stammes benötigen verschiedene Wachstumsfaktoren aus dem Blut (wie z. B. Hämin, NAD, NADP), ohne die sie nicht überleben können.

    Dies ist ein wichtiges Differenzierungsmerkmal zu anderen Bakterienstämmen, die sehr viel weniger anspruchsvoll sind. Das bedeuted, dass sich die Haemophilus-Stämme anhand ihrer Stoffwechseleigenschaften recht einfach bestimmen lassen. In der Mikrobiologie werden verschiedene Nährböden benutzt, um Bakterien anzuzüchten und somit nachzuweisen. Der Standard-Nährboden ist der normale Blutagar. Haemophilus-Bakterien können auf diesem Nährboden jedoch nicht wachsen, da sie an die benötigten Nährstoffen aus den Blutzellen, die sich im Blutagar befinden, nicht herankommen, sie können die Blutzellen nicht verwerten. Wenn man nun aber zusätzlich zu dem Haemophilius einen Staphylokokkus-aureus-Stamm (hämolysierende Bakterien) auf den Blutagar aufträgt, so kommt es zu dem sogenannten Ammen- oder Satellitenphänomen. Der Staph. aureus verstoffwechselt die Blutzellen und stellt dem Haemophilus so die benötigten Nährstoffe zur Verfügung.
  • Der Namensteil "Influenzae" läßt sich historisch erklären. Das Bakterium wurde 1892 von Richard Pfeiffer entdeckt. Er hat damals nach dem Erreger der Grippe (Influenza) gesucht und bei seiner Forschungsarbeit dieses bisher unbekannte Bakterium aus dem Bronchialsekrtet grippekranker Patienten isoliert. Pfeiffer war der Ansicht, dass er den Erreger der Grippe entdeckt hatte und gab dem Bakterium irrtümlich den Namen Haemophilus Influenzae. Heute weiß man, dass der Influenza-Virus der Erreger der Grippe ist.
  • Die Klassifikation in verschieden Typen erfolg über die Kapsel des Bakeriums. Diese besteht aus Saccharose|Polysaccariden und dient vor allen Dingen zum Schutz des Bakteriums zB. vor Austrocknung und Phagozytose. Die Zusammensetztung dieser Kapsel ist zwischen den verschiedenen Baktrienarten, aber auch manchmal innerhalb einer bestimmten Bakterienart verschieden (Kapselserovare). Da diese Kapseln auch unterschiedliche Antigene Eigenschaften besitzen, lassen sei sich typisieren.
Die Haemophilius influenzae sind in Serovare A-F unterteilt, wobei der H. influenzae Typ B mit ca. 95% der häufigste ist.

Vorkommen und Übertragung


Die Epiglottitis tritt in der Regel bei Klein- und Schulkinder im Alter zwischen 2-6 Jahren auf und wird deshalb mit zu den Kinderkranheiten gezählt. Aber auch kleinere Kinder, Jugendliche und Erwachsenen können betroffen sein. Die Krankheit bricht in den meisten Fällen ohne vorhergegangene Erkrankung aus, manchmal nach vorausgegangenen Infektion|Infekten des oberen Nasen-Rachen-Raums und wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Aufgrund des guten Impfung|Impfschutzes (sog. Hib-Impfung) ist sie nur noch selten zu finden, aber wegen ihres meist hoch akut bis tödlich verlaufenden Auftretens äußerst gefährlich (Letalität 25%(-50%).

Klinische Symptome


Leitsymptome der akuten Epiglottitis sind plötzlich beginnendes hohes Fieber (38-40°C), heftige Schluckschmerzen und daraus resultierende Nahrungsverweigerung und verstärkter Speichelfluss. Da es zu extremen Schwellungen der Epiglottis und des Larynx kommt, somit die Luftröhre stark verengt wird, fällt den Betroffenen das Atmen schwer. Typisch ist ein ausgeprägter '''inspiratorischer Stridor''' und im Gegensatz zu Pseudo-Krupp meist kein Husten. Die Epiglottis erscheint als pralle, hochrote Kugel.
Die Patienten versuchen mit allen Mitteln die Luftzufuhr zu verbessern. Der Mund ist geöffnet, die Patienten sind meist sehr konzentriert, sitzen vorneüber gebeugt. Die Arme werden aufgestützt, um die Atemhilfsmuskulatur besser nutzen zu können. Manche Patienten zeigen zudem eine deutliche periorale Blässe oder sogar eine '''Zyanose'''. Die Sprache wirkt kloßig. Im Extremfall kommt es zu Erstickungsanfällen, die zum Tod führen können.
Insgesamt ist der Krankheitsverlauf sehr rasch, meist aus voller Gesundheit heraus innerhalb von Stunden extreme Verschlechterung des Zustandes. Die Patienten machen einen schwerkranken Eindruck.

Vorgehen und Therapie


Besteht auch nur der Verdacht auf eine akute Epiglottitis, ist eine sofortige Klinikeinweisung geboten. Nach Möglichkeit sollte eine Untersuchung des Rachenraumes unterbleiben, da jede Manipulation an der geschwollenen Schleimhaut zum gänzlichen Zuschwellen des Larynx führen kann. Inspektion nur in Intubations- und Tracheotomiebereitschaft.

Der Umgang mit dem Patient muss sehr vorsichtig geschehen, da jede Art von zusätzlicher Belastung die Atmung extrem verschlechtern kann. Die Gabe von Benzodiazepine|Benzodiazepinen (z. B. Diazepam) ist kontraindiziert, da neben der erwünschten Sedierung auch eine Atemdepression auftreten kann.

Es sollte so schnell wie möglich mit einer medikamentösen Therapie mit Kortikosteroiden (z. B. Prednison) begonnen werden, um ein rasches Abschwellen der Epiglottis zu erreichen. Gleichzeitig sollte eine hoch dosierte intravenöse Antibiotikagabe (z. B. mit Cephalosporinen der 2. oder 3. Generation; Cefuroxim bzw. Ceftriaxon) erfolgen. Überwachen der Atmung (Pulsoxymetrie), im Notfall muss die Atmung durch Intubation gesichert werden, was aufgrund der oben beschriebenen Symptomatik äußerst schwierig ist. Aus diesem Grund sollte neben der endotrachealen Intubation auch ein chirurgisches Eingreifen (Koniotomie, Tracheotomie) vorbereitet werden.

Differentialdiagnosen


Wichtigste Differenzialdiagnose ist die akute subglottische Laryngitis, der sogenannte Pseudo-Krupp. Dieser verläuft ähnlich der Epiglottitis, jedoch gibt es folgende Unterschiede:
  • Das Fieber steigt nicht so hoch an (selten über 38°C).
  • Der Verlauf ist langsamer, oft lag bereits im Vorfeld ein Atemwegsinfekt vor.
  • Die Betroffenen sind meist jünger (Kinder im Alter von 1-3 Jahren).
  • Äußerst selten letaler Ausgang.

Dennoch sind beide Erkrankungen im Einzelfall schwer zu unterscheiden.

Weiter Erkrankungen mit ähnlichem Verlauf sind:
  • Diphtherie: Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal zu Epiglottitis ist das Ausbleiben von Erstickungsanfällen. Die Diphtherie tritt in Deutschland ebenfalls äußerst selten auf.
  • Aspiration|Fremdkörperaspiration: Tritt vor allem bei Kleinkindern auf. Plötzlich aus dem Nichts einsetzender Husten und Atemnot. Kein Fieber, keine anderen Infektzeichen.


Die Informationen dienen der allgemeinen Weiterbildung. Sie können in keinem Falle die ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung ersetzen.
Bei gesundheitlichen Beschwerden sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

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