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Enteritis

Eine Enteritis ist eine entzündliche Erkrankung des Dünndarms, die bei Mitbeteiligung des Magens als Gastroenteritis, bei Mitbeteiligung des Dickdarms als Enterokolitis bezeichnet wird. Auch unterscheidet man nach dem zeitlichen Ablauf in eine akute sowie eine subakute oder chronische Enteritis.

Ursachen

Hervorgerufen wird die akute Erkrankung durch Infektion mit Virus|Viren oder Bakterien oder durch Allergene und Gift|Toxine (wie Enterotoxine oder Chemikalien).

Die Entstehungsursache der chronischen Enteritis (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) ist noch Gegenstand der Erforschung und bis heute nicht geklärt.

Die nach Bestrahlung von Tumoren des Rumpfes entstandenen Darmerkrankungen Strahlenenteritis (Entzündung des Dünndarmes) bzw. Strahlenkolitis (Entzündung des Dickdarmes) sind direkte Folge der Einwirkung radioaktiver Strahlung auf die Schleimhaut des Darmes. Hier kann es zu einer chronischen und therapieresistenten Entzündung kommen.

Symptome

Die Entzündung des Darmes geht einher mit Durchfällen und krampfartige Bauchschmerzen, bei der Gastroenteritis noch Erbrechen und Magenschmerzen. Dazu können noch auftreten: erhöhte Temperatur, Blutbeimengung im Stuhl, Muskelschmerzen, vermehrte Gasbildung im Darm.

Einzelne Krankheitsbilder: akute Enteritis

Virusbedingte akute Enteritis

  • Die häufigsten viralen Erreger der akuten Enteritis sind '''Rotaviren'''. Sie kommen häufig im Kindesalter vor (70% aller Durchfallerkrankugen weltweit). In den armen Ländern ist die Rotavireninfektion einer der häufigsten Ursachen der Kindersterblichkeit. Man schätzt, dass 600.000 bis eine Million Kinder pro Jahr an akuter Rotavirendiarrhoe versterben. Im Erwachsenenalter treten Erkrankungen - meist milder verlaufend - vor allem als Reisediarrhoe, bei Eltern erkrankter Kinder oder im Rahmen von Ausbrüchen in Altenheim|Altenheimen in Erscheinung.

Die Erkrankung ist in Deutschland Meldepflicht|meldepflichtig.
Die Rotavireninfektion hat eine Inkubationszeit von 1-3 Tagen und wird über Tröpfcheninfektion übertragen.

Die Behandlung ist symptomatisch und besteht in Flüssigkeit und Ersatz von Elektrolyt|Elektrolyten.

  • Die Infektion mit '''Noro-Viren''' (Familie der Caliciviridae, früher Norwalkviren genannt) ist für ca. 30% der kindlichen und 50% der nicht bakterielle Durchfallerkrankung der Erwachsenen verantwortlich. Der Keim wird vermutlich nicht nur über Tröpfenchinfektion sondern auch über die Luft übertragen und ist sehr ansteckend. Die erkrankte Person kann für Wochen noch infektiös sein, deswegen wird die Fortführung hygienischer Maßnahmen für zwei Wochen nach Ende der Durchfälle empfohlen.
Eine Impfung gegen die virusbedingten Durchfallerkrankungen existiert nicht.

Bakteriell bedingte Durchfallerkrankungen

Hierzu gehören ca. 30% der Erkrankungen im Erwachsenenalter, wie z.B. die Campylobacter-Enteritis (meldepflichtig in Dt. nach §7 Infektionsschutzgesetz).

Salmonellose

Die Salmonellose, verursacht durch Salmonellen ist einer der häufigsten Enteritiden.

Enterohämorrhagische Colitis

- siehe dort.

Pseudomembranöse Colitis

- siehe dort.

Einzelne Krankheitsbilder: chronische Enteritis

eine Übersicht über die chronisch entzündliche Darmerkrankungen finden Sie hier :Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Zu den einzelnen Krankheitsbildern:

1. Morbus Crohn - siehe dort.

2. Colitis ulcerosa - siehe dort.

Hygienische Maßnahmen bei einer Enteritis

Da die Enteritiserreger meist von Person zu Person übertragen werden (hier über Händekontakt und verschmutzter Kleidung bzw. Räume), zielen die Maßnahmen zur Hygiene auf die Vermeidung des Kontaktes mit der infizierten Person bzw. seiner Umgebung.

Neben hygienischer Händedesinfektion mit den jeweils zugelassenenDesinfektionsmittel (Seifen (Seife desinfiziert nicht!) muss die Wäsche mit 60° gewaschen, die Räume, in denen sich die kranke Person aufgehalten hat, müssen gereinigt und die abwaschbaren Flächen mit entsprechenden Flächendesinfektionsmittel behandelt werden. Manche Erreger (z.B. Noroviren) sind nach einer Einlagerungszeit von bis zu 14 Tagen nicht mehr aktiv.


Die Informationen dienen der allgemeinen Weiterbildung. Sie können in keinem Falle die ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung ersetzen.
Bei gesundheitlichen Beschwerden sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

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