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Zervixkarzinom

Ein Zervixkarzinom oder Gebärmutterhalskrebs ist eine bösartige Krebs_(Medizin)|Wucherung des Gebärmutterhalses.

Häufigkeit

Das Zervixkarzinom ist noch immer einer der am häufigsten vorkommenden bösartigen Tumoren bei Frauen (16%). Früher war es der häufigste Genitalkrebs der Frau, doch durch Früherkennungsuntersuchungen konnte die Häufigkeit in Mitteleuropa auf ca. 25% aller Genitalkarzinome gesenkt werden. Der Altersgipfel für dieses Karzinom liegt bei 45 - 55 Jahren, die Vorstufen können jedoch schon bei 20- bis 30-jährigen Patientinnen auftreten.

Entstehung/Erreger

Die Krankheitsentstehung ist noch nicht in allen Einzelheiten geklärt. Jedoch geht man heute davon aus, dass 99 % aller Gebärmutterhalskarzinome von den Humanen Papilloma-Viren (HPV) verursacht werden. Insbesondere die Typen HPV 16 und HPV 18 werden für diese Erkrankung verantwortlich gemacht. Die auch Kondyloma-Viren genannten Erreger sind kugelförmige, unbehüllte, doppelsträngige DNA-Viren (dsDNA), die zu den Papovaviridae gehören, und von denen insgesamt 200 verschiedene Typen bekannt sind. Die meisten von diesen sind für den Menschen völlig harmlos, lediglich die Typen HPV 16 und HPV 18 (zusammen mit HPV 6 und HPV 11) haben sich als krankheitserregend erwiesen, allerdings kommen sie auch am häufigsten vor. Ausser diesen hat man aber bereits noch 18 weitere HP-Virentypen in Gebärmutterhalstumoren entdeckt.

Für alle genannten HP-Virenarten ist im Gegensatz zum Beispiel zu den Influenza-Viren allein der Mensch der Wirt (Biologie)|Reservoirwirt und sie haben sich ihm auch angepasst. Natürlich besteht für diese Viren kein Interesse an einer schweren Schädigung oder gar dem Tod ihres Reservoirwirts, denn sie brauchen ihn ja für ihre Vermehrung. Die dennoch von ihnen ausgelösten

ebärmutterhalskarzinome sind von diesen Viren im Grunde nicht beabsichtigt und eher als ein Unfall anzusehen.

Übertragung

Die Infektion mit diesen Viren erfolgt heutzutage meist schon in jugendlichen Jahren durch Kontaktinfektion beziehungsweise Schmierinfektion bei den ersten Sexualkontakten. Anschließend können diese Viren oft jahrelang inaktiv bleiben. Nach heutigem Kenntnisstand erhöht sich das Erkrankungrisiko durch frühen ersten Geschlechtsverkehr, häufigen Partnerwechsel, mangelnde Hygiene und damit verbundene Infektionen mit Humanen Papilloma-Viren (HPV). Allerdings ist auch eine Infektion und anschließende Erkrankung ohne einen Sexualkontakt, mit Eindringen (Penetration) des Penis eines Partners, möglich. Dies erklärt den seltenen Befall von Jungfrauen und Nonnen.

Physiologische Grundlagen

Wenn es den genannten Viren gelungen ist, in die Zellen des Gebärmutterhalses einzudringen, bringen sie diese dazu, das Virenerbgut und die -eiweiße der kugelförmigen Virenhülle für sich herzustellen, wozu sie alleine nicht in der Lage sind. Die Zellen müssen daher auch zur Teilung angeregt werden, damit sie das Virenerbgut herstellen können. Und genau bei diesem Vorgang treten folgende Fehler auf: Die Erregerviren schalten die Kontrollmoleküle des Gebärmutterhalszellen aus, die gewöhnlich eine Zellteilung begrenzen und beenden. Dadurch entsteht ein Tumor, da sich diese Zellen nun unentwegt teilen können und damit auch unsterblich geworden sind. Außerdem werden von den Viren in den veränderten Gebärmutterhalszellen Gene aktiviert, die diese zum Wandern anregen. Deshalb bilden sich auch in anderen Körperregionen sogenannte Tochtergeschwüre (Metastasen).

Normalerweise erkennt ein gesundes und abwehrstarkes Immunsystem derartig veränderte Zellen und tötet sie ab. Nach Erkenntnissen der Forscher haben in der Regel auch 59 von 60 infizierten Frauen nach spätestens einem Jahr die Viren besiegt.

Allerdings schaffen es die betreffenden Erreger bei manchen Frauen auf noch unbekannte Art und Weise, das Immunsystem zu überwinden, so dass bei ihnen dann innerhalb von 10 bis 20 Jahren nach der Infektion ein Gebärmutterhalskrebs entstehen kann. Dieser Zusammenhang erklärt auch, warum diese Krebsart besonders bei Frauen im Alter von 35 bis 40 Jahren festgestellt wird.

Krankheitsverlauf/Symptome

Hinsichtlich der Krebsentstehung entwickeln also nur 2 - 8 % der Infizierten Zellveränderungen, die ein Vorstadium für eine Krebserkrankung darstellen, oder sogar anschließend ein Karzinom.

Die Bildung eines Zervixkarzinoms erfolgt in der Regel völlig unauffällig und schmerzfrei. Nur gelegentlich können mehr oder minder leichte Schmierblutungen auf ein solches Geschehen hinweisen. Erst wenn der Tumor größer wird und mit Geschwürsbildung zerfällt, kommt es zu fleischwasserfarbigem, süßlich riechendem Ausfluss, unregelmäßigen Zwischenblutungen und Kontaktblutungen z.B. beim Geschlechtsverkehr.

Unbehandelt wächst der Tumor in Harnblase, Rektum und andere Strukturen des kleinen Beckens ein und zerstört diese. Weiterhin kommt es zu sich über die Lymphgefäße ausbreitenden (Lymphogene lymphogenen) und den Blutkreislauf ausbreitenden (hämatogenen) Metastasen ("Tochtergeschwulsten") in anderen Körperregionen.

Rauchen ist ein wichtiger Co-Faktor, da sich Nikotin und Nikotinabbauprodukte in sehr hoher Konzentration im Zervikalschleim anreichern.

Diagnose

Die Vorstufen eines Karzinoms können durch Abstrichuntersuchungen festgestellt werden und sie sollten auf Grund der heutzutage schon sehr früh möglichen Infektion mit HPV schon ab dem 20. Lebensjahres jährlich durchgeführt werden.

Ist bei der Spekuloskopie (Kolposkopie) vom makroskopischen Erscheinungsbild der Verdacht einer Veränderung vorhanden, sollte eine engmaschige Wiederholung der Abstrichuntersuchung (Zytologie|zytologische Untersuchung) durchgeführt werden. Bei wiederholt verdächtigen Befunden ist gegebenenfalls die Diagnostik um eine histologische Probenentnahme zu erweitern. Ohne positiven HPV gibt es nur selten Gebärmutterhalskrebs.

Die HPV-Testung als diagnostische Massnahme in der Vorsorge einzusetzen, erscheint nicht sinnvoll, da ein positiver HPV-Test keinen Krankheitswert besitzt. Wie schon vorher dargestellt, unterliegen über 80% der HPV-Infektionen (auch der Risikogruppen) der Selbstheilung des Körpers. Deshalb würden durch ein positives HPV-Testergebnis sehr viele Patientinnen verängstigt werden, ohne damit auch nur den geringsten Vorteil von dieser Information zu haben.

Therapie

Die Behandlung ist stadienabhängig.

  • Stadium 0 ("Carcinoma in situ") = Kein Durchbruch ins gesunde Gewebe, per Definition keine Bösartigkeit
  • Stadium I = Befall nur des Gebärmutterhalses
  • Stadium II= Befall des Beckenbindegewebes (der Parametrien) und/oder der Scheide im oberen Drittel
  • Stadium III = Befall des Beckenbindegewebes bis zur Beckenwand und/oder des unteren Drittels der Scheide
  • Stadium IV = Befall der Blase, des Enddarmes, Fernmetastasierung

Nur bei ganz oberflächlichen Karzinomen (Carcinoma in situ) kann noch gebärmuttererhaltend operiert werden, indem ein Kegel (Konus) aus dem Gebärmutterhals herausgeschnitten wird. Bei späteren Stadien wird die OP nach Wertheim-Meigs oder aber die Strahlentherapie durchgeführt.

Solange keine Fernmetastasen aufgetreten sind und die Gebärmutter inkl. Lymphknoten entfernt wurde, liegt die 5-Jahres-Überlebensquote bei >70%.

Vorbeugung

Die Entwicklung eines wirksamer Impfstoffe zur vorbeugenden Immunisierung gegen HPV ist schon weit gediehen und steht vor dem Abschluss. Sie sollen spätestens im Jahre 2007 zur Verfügung stehen.

Es handelt sich hierbei um den von der Firma Sanofi Pasteur MSD entwickelten Impfstoff Gardasil® und den von der Firma Galaxo Smith Kline entwickelten Impfstoff Cervarix®.

Im Oktober 2005 gab Sanofi Pasteur MSD als Ergebnis einer unter der Leitung von Laura Koutsky von der University of Washington in Seattle durchgeführten Studie mit 12 000 Frauen bekannt, dass innerhalb des Untersuchungszeitraums alle mit der neuen Vakzine geimpften Studienteilnehmer vor den HP-Virentypen 6, 11, 16 und 18 geschützt waren. Außerdem habe man bei diesen Frauen keine frühen Formen von Gebärmutterhalskrebs feststellen können. Als Nebenwirkungen konnten lediglich lokale Hautreaktionen und gelegentlich leichtes Fieber beobachtet werden.

Nach Angaben des Leiters der Abteilung "Forschung und Medizin" Torsten Strohmeyer bei Galaxo Smith Kline sind erste Ergebnisse der Testreihen mit ihrem Impstoff Cervarix® ebenfalls vielversprechend. Dieses Vakzin enthält nur Bestandteile der HP-Virentypen 16 und 18 und schützt daher auch nicht zugleich vor Feigwarzen (Condylomata acuminata).

Da multivalente (gegen viele Virenarten und -Typen wirksame) Impfstoffe nur sehr schwer herzustellen sind, enthalten beide Impstoffe keine Bestandteile weiterer krebserzeugender Virustypen.


Die Informationen dienen der allgemeinen Weiterbildung. Sie können in keinem Falle die ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung ersetzen.
Bei gesundheitlichen Beschwerden sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

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